FeedLuftansammlung
HeilkundeBrockhaus 1882

Luftansammlung (Pneumatosis) kommt als ein pathol. Vorgang im menschlichen Körper nicht bloß in Kanälen und Höhlen, die schon unter normalen Verhältnissen Luft enthalten (wie in den Lungen, dem Magen, Darm u. a.), sondern auch in Organen und Geweben vor, welche im gesunden Zustand keine Luft enthalten. In den weitaus meisten Fällen ist die Luft von außen (durch penetrierende Wunden, Knochenbrüche, bei Operationen u. dgl.) oder aus benachbarten lufthaltigen Teilen des Organismus (durch Perforation und andere pathol. Prozesse derselben) in die betreffenden Körperteile eingedrungen; in andern Fällen dagegen ist die angesammelte Luft an Ort und Stelle durch faulige und jauchige Zersetzung der daselbst befindlichen Massen entstanden, wie beim Brand, bei der Verjauchung von Abscessen u. dal. Je nach den betroffenen Körperteilen wird die L. mit besondern Namen bezeichnet; die des Brustfellsacks heißt Pneumothorax, die des Herzbeutels Pneumoperikardium, die des Magendarmkanals Meteorismus, die in den Höhlen der Lungenbläschen Lungenemphysem, die des Unterhautzellgewebes traumatisches Emphysem u. s. w. Die allgemeinen Folgen der L. sind die eines fremden Körpers, welcher die Gewebe und Organhöhlen teils auseinander drängt und mechanisch schädigt, teils durch die mikroskopischen Fäulniserreger der angesammelten Luft in Entzündung versetzt, teils endlich (in den Blutgefäßen) auch raschen Tod zur Folge hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 238Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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