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ErdkundeBrockhaus 1882

Magenta, Stadt im Kreise Abbiategrasso der ital. Provinz Mailand, an der Straße und der Eisenbahn von Novara nach Mailand, 7 km östlich des Ticino und 3 km östlich des Naviglio grande gelegen, zählt (1881) 6225 C. und hat jährlich drei stark besuchte Messen. M. wurde denkwürdig durch die Schlacht vom 4. Juni 1859 (vgl. Italienischer Krieg von 1859), in welcher die Osterreicher unter Feldzeugmeister Graf Gyulai von den Franzosen unter Napoleon III. nach blutigem Ringen geschlagen wurden. Von Mittag bis 5 Uhr nachmittags waren die übergänge über den Naviglio grande von den Ssterreichern gehalten worden und die Franzosen nur vorübergehend in deren Besitz gelangt; da erschien die franz. Division Vinoy, während gleichzeitig Mac-Mahon von Mariallo her den österr. rechten Flügel zurückwarf, sein in zwei Kolonnen von Norden her vorrückendes Korps am Wege von Boffalora vereinigte und sich auf M. warf. Hierdurch wurde der im Centrum kämpfenden Garde Luft gemacht und der sehr zweifelhafte Sieg zu Gunsten Frankreichs entschieden. Der Kampf dauerte bis in die Nacht und sollte am 5. fortgesetzt werden, doch bestimmte der ungeordnete Rückzug der Truppen des Feldmarschalllieutenants Grafen Clam-Gallas den österr. Feldherrn zum Abmarsche. Auch den Franzosen fehlte das Siegesbewußtsein; sie kehrten größtenteils auf das rechte Ticinoufer zurück und besetzten das nahe Mailand erst am 7. Juni. Mac-Mahon empfing für die Schlacht den Marschallstab und wurde zum Herzog von M. ernannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 335Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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