FeedMaultier
Sport & SpielBrockhaus 1882

Maultier heißt der Bastard von Eselhen st und Pferdestute, welcher zwar an Gestalt und Höhe dem Pferde ähnlich ist, aber hinsichtlich des Kopfes, der Ohren, des Schwanzes, der Hufe, des dunkeln Rückenstreifens und der Stimme dem Efel gleicht. Da die M. genügsamer, ausdauernder und auf rauhen Gebirgswegen weit zuverlässiger sind als Pferde, so werden sie namentlich in südl. Gebirgsgegenden den letztern vorgezogen. Man verwendet sie zum Reiten und Lasttragen, und im südl. Frankreich spannt man sie auch vor den Pflug. Im nördl. Europa finden sie sich seltener. Es gibt Aberh Farbenvarietäten, in Spanien und Südfran reich meist schwarze und in Italien dunkelbraune. Um Bassora bewahrt man sorgfältig eine Zucht weißer M. von großer Schönheit. Das gemeine graue ägyptische und berberische M. besitzt eine ansehnliche Körpergröße und Stärke. Mau lesel heißt dagegen der Bastard von Pferdehengst und Eselin. Dieser ist kleiner als das M., dem Esel ähnlicher und von minder gefälliger Gestalt; denn die kurzen und schwachen Füße stehen zu dem schweren Rumpfe im Mißverhältnis. Man gebraucht die Maulesel zum Lasttragen; doch sind sie seltener als die M. Gleich mehrern andern Bastarden pflanzen sich M. und Maulesel durch ihre Art nicht fort.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 531Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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