FeedMunition
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Munition (vom lat. u. ital. munire, ausrüsten), Schießbedarf, umfaßt die zur Versorgung der Feuerwaffen nötigen Geschosse, Ladungen und Zündungen. Sie zerfällt, je nachdem sie für Geschütze oder Gewehre bestimmt ist, in Geschützmunition und in Gewehrmunition, letztere auch Taschenmunition genannt. Je nachdem die M. zum Ernstgebrauch, resp. zu Schießübungen, oder nur für Exerzierübungen und Manöverzwecke dient, wird scharfe M. und Manövermunition unterschieden. Die M. muß so eingerichtet sein, daß sie ein schnelles und sicheres Laden gestattet; außerdem verlangt man von ihr eine genügende Aufbewahrungs⸗ und Transportfähigkeit, owre Gefahrlosigkeit. Eine wesentliche Erleichterung des Ladens erwächst durch die Verbindung der Pulverladung mit dem Geschoß. Bei gezogenen Geschützen gilt dieselbe indes wegen der eigentümlichen Gestaltung der Geschosse aus Verpackungsrücksichten für unanwendbar. Bei Handfeuerwaffen ist die Verbindung des Geschosses mit der Ladung unter dem Namen Patrone eine schon aus der ersten Hälfte des 17. Jahrh. stammende Einrichtung, die bei den Hinterladern noch die Gewehrzündung aufgenommen hat und daher Einheitspatrone genannt wird. Auf dieser beruht teilweise die große Schußgeschwindigkeit der Hinterladungsgewehre. Bei den Geschützen werden die zum Gebrauch fertig gemachten Pulverladungen Kartuschen oder ebenfalls Patronen genannt. Die Anfertigung der M. geschieht in den Laboratorien oder in Munitionsfabriken. Der Transport der Artilleriemunition geschieht mittels der Protzen der Geschütze und besonderer Munitionswagen. Die Taschenmunition wird teils vom Schützen selbst in der Patrontasche, beziehungsweise im Tornister, teils mittels Munitionswagen transportiert. Munitionskolonnen, fliegende Munitionsparks sind Abteilungen, die lediglich zum Transport von M. bestimmt sind und die Ergänzung der von den Truppen selbst mitgeführten M. bezwecken. Sie führen entweder lediglich Taschen⸗, resp. Artilleriemunition und werden dann als Infanterie-, resp. Artillerie-Munitionskolonnen bezeichnet, oder sie haben beiderlei M. nebeneinander. Ihre Formierung findet in der Regel erst bei der Mobilmachung statt, doch kommen in einigen Armeen Friedensstämme derselben vor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 935Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Handwerk & Gewerbe 6