FeedMiniegewehr
TechnikBrockhaus 1882

Miniegewehr wurde 1849 von dem franz. Infanteriekapitän Minié, Instruktor an der Normalschießschule von Vincennes, angegeben, ist ein gezogenes Vorderladungsgewehr und kennzeichnet sich durch die Eigentümlichkeit des im hintern Teil ausgehöhlten Langgeschosses, Expansionsgeschoß genannt, welches sich durch die in diese Höhlung eintretenden Pulvergase seitwärts so weit ausdehnt, bis der Anschluß an die Seelenwände gewonnen ist und die Führung in den Zügen erfolgt. Die bis zu jener Erfindung notwendig gewesene Kraftanstrengung des Schützen, um das von oben geladene Geschoß in die Züge zu treiben, fiel damit weg, und wurde es durch die bequemere Ladeweise der M. und die Leichtigkeit der Umänderung glatter Gewehre in solche möglich gemacht, die gesamte Infanterie einer Armee in kurzer Zeit mit gezogenen Gewehren auszurüsten. Bereits 1850 erfolgte die versuchsweise Bewaffnung von vier franz. Infanterieregimentern mit dem als Fusil de précision bezeichneten M. Das M. oder demselben nahe verwandte Konstruktionen wurden in der Mehrzahl der Armeen als Infanteriegewehr angenommen, bis sie nach 1866 den Hinterladern weichen mußten. Noch heute pflegt man jedes gezogene Vorderladungsgewehr insgemein als M. zu bezeichnen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 750Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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