Munster oder Mounster (irisch Mown), die südwestliche und größte Provinz Irlands, mit den höchsten Bergen, grenzt im N. an Connaught, von welchem sie zum Teil der Shannon und Dergsee trennt, im O. an Leinster, im S. und W. an den Atlantischen Ocean. Die sehr zersplitterte Fiordenküste bietet eine Menge tief eingeschnittener Baien, Buchten und Häfen dar, so im Westen die Galway- und Liscanorbai, den Mündungsbusen des Shannon, die Tralee⸗ und Dinglebai, im Südwesten die Ballinskelligbai, Kenmare-River, Bantry-und Dunmanusbai, im Süden die Long-Islandbai, die Häfen Kinsale, Cork und Voughal, die Dungarvanbai und am Südostende den Hafen von Waterford. Auch von zahlreichen Inseln, Klippen und Riffen ist die Küste begleitet, unter welchen die Araninseln vor der Galwaybai, Valentia südlich am Eingang der Dinglebai, mit dem westlichsten Hafen Europas, und die südlichstevon allen, Clear-JIsland, die bemerkenswertesten sind. M. ist zugleich der gebirgigste Teil Irlands und enthält dessen höchste Erhebungen. Im Norden erhebt sich das kleine Bergland von Clare mit dem 529 m hohen Slieve-Bernagh am Dergsee, im Südwesten das hochromantische Bergland von Kerry (s. d.) oder die irische Schweiz mit dem Carntual-Hill (1041 m), dem höchsten Berg rlands. Das mit Kap Dunmore-Head, der westichsten Spitze der Insel, endende Bergland der Halbinsel zwischen der Tralee⸗ und Dinglebai, erreicht im Mount Brandon an der Küste die Höhe von 951m. Die Berge von Cork dagegen bleiben unter 715 m zurück, während die von Waterford höher aufsteigen. Im Norden von Lismore erhebt sich hier der Knockmealdown 795 m und der Comeragh 791 m. In der Grafschaft Tipperary erreichen die Galtyberge im Südwesten die Höhe von 947 m, der Slienaman im Südosten von 720 m, und der Keeper in den Silver-Mine-Mountains im Nordwesten von 691 m. Zwischen diese Berg⸗ und Hügellandschaften, in denen sich Steinkohlenlager, Blei, Kupfer und Eisen finden, dringt in schmalern oder breitern Streifen, zum Teil bis an die Küste, die Tiefebene des Innern vor, die in Clare, Tipperary, Limerick und Cork ausgedehnte Flächen einnimmt und mit die reichsten Getreidefluren und Wiesengründe Irlands darbietet. Unter den Gewässern sind, außer dem Shannon mit dem Dergsee im Norden, bemerkenswert im Westen der Cashen, Mane und Laune, ein Abfluß des berühmten Sees von Killarney; im Süden der Bandon, der Lee, welcher bei Cork, und vor allen der Blackwater, welcher in den Houghalhafen, sowie der Suir, welcher in den Waterfordhafen mündet. Die drei letztern, wie der Shannon, sind schiffbar. Außer ihnen fördern den Binnenverkehr die große Süd⸗ und Westbahn, die von Dublin bis Tralee führt, sowie die Zweigbahnen nach Limerick und Ennis, nach Cork, Waterford u. a. Den Seeverkehr begünstigen die zahlreichen Häfen, wie Waterford, Mbughal, Cork, Kinsale, Baltimore, Tralee, Dingle, Valentia und Limerick. Von den 24554,31 alem des Gesamtareals von M. kommt ein Dritteil auf unproduktives Bergland, Moore und Seen. Die Provinz hatte 1841 eine Bevölkerung von 2396 161 E., 1851 aber von 1857 736 E., 1881 von 1323 910 E. In keiner Provinz ist die ländliche Bevölkerung ärmer; sie besteht hier meist aus Lohnarbeitern, die in Lehmhütten wohnen. Neben Ackerbau und Viehzucht ist die Fischerei wichtig; auch unterhält die Bevölkerung, namentlich die städtische, Manufakturen in Segeltuch, Leinwand, Tuch, Woll⸗ und Baumwollzeugen, Leder, Papier, Leim und Glas. Auch wird Schlächterei, Brauerei und Brennerei, Schiffbau, Reederei und Handel mit Getreide, Mehl, Fleisch etc. betrieben. M. zerfällt in die sechs Grafschaften Clare, Cork, Kerry, Limerick, Tipperary und Waterford; dieselben schicken mit den Städten zusammen 27 Abgeordnete in das Parlament. Pfarrkirche, s. Dom.