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Sport & SpielBrockhaus 1882

Münzplatten meist unansehnlich geworden und es ist daher eine Reinigung derselben erforderlich, zu welchem Zweck das Sieden oder Beizen vorgenommen wird, dem gewöhnlich ein vorsichtiges Glühen vorausgeht. Die hierbei angewendeten Methoden sind je nach dem Metall der Münzplatten und nach dem lokalen Gebrauch verschieden. Es folgt nun die Schlußarbeit der Ausmünzung, das Prägen, zugleich die wichtigste Arbeit, da einerseits durch das Gepräge überhaupt der Münze erst der amtliche Charakter eines Geldstücks verliehen wird und andererseits durch ein gutes vollendetes Gepräge die Dauerhaftigkeit derselben bedeutend erhöht wird. Die gute Ausführung des Gepräges hängt wesentlich von dem verwendeten Prägestempel ab. Der sog. Originalstempel wird vom Stempelschneider angefertigt; mit diesem werden die eigentlichen Prägestempel und die Matrizen hergestellt. Das Prägen der Münzplatten geschieht in der Weise, daß man sie auf die vertieft gravierte Fläche des Unterstempels (Matrize) legt und den Oberstempel (Prägestempel) mit großer Gewalt aufpreßt. Die mechanische Vorrichtung, in welcher die Prägestempel angebracht sind, heißt Präge- oder Münzmaschine. Früher bestand dieselbe aus einem Stoß⸗ oder Druckwerk mit Schraube und Balancier; neuerlich wendet man meist Kniehebelpressen an. Die leistungsfähigste Maschine dieser Art ist die in Fig. 1 u. 2 der Tafel dargestellte Uhlhornsche Prägemaschine, die von großen unzen 30—36, von mittlern 40—50, von kleinen 60—75 Stück in der Minute prägt. Den lübelstand, daß die zwischen zwei Stempeln freiliegende Platte nicht genau ihre runde Gestalt behält, verhindert man durch das Ringprägen (Prägen im Ring), wobei der Unterstempel von einem stählernen Ring umgeben ist, sodaß er diesen ausfüllt. Vor und bei dem Prägen steht der obere Rand des Ringes um die Dicke der Münzplatte höher als die gravierte Fläche des Unterstempels; sobald aber nach dem Stoß der Oberstempel wieder hinaufgeht, bewirkt die Schraube durch den mit ihr verbundenen Mechanismus eine Hebung des Unterstempels oder eine Senkung des Ringes in der Weise, daß hierdurch die Münze aus dem Ring in die Höhe gestoßen, bloßgelegt und beiseite geschoben werdenkann. Vgl. Schlösser, Die Münztechnik' (Hannov. 1884). Die nachstehende Tabelle gibt eine übersicht der hauptsächlichsten Geldeinheiten, verglichen mit denjenigen des Deutschen Reichs, Osterreich-Ungarns, der Skandinav. und der Latein. Münzkonvention. Die hauptsächlichsten Geldeinheiten, verglichen mit denjenigen 4. Gold, S.Silber. — 1000 g Fein gold (in Goldeourant) 2790 Mark= 13 1444½ Franken = 2480 skandinad. Kronen. — 1000 g Feinsilber = 152 0 Gulden österr. W. Silbercourant oder Papier (1:15,309) = 2222/0 Franken“ I. Europa. Belgien.... Wie Frankreich. Dänemark G. Krone (Kr.) zu 100 Ore .... 0,4032 G. Deutsches Reich ..G. Mark (%) zu 100 Pfennig (pf) 0,3584 G. Frankreich ö S. Franc = ½ des 5-Fr.⸗Stücks 4,5000 S. Großbritannien ..G. Pound (E) von 20 Shillings Italien· G. Lira (L., S) zu 100 Centesimi 11. Trabir, ö S. Lira zu 100 Centesim... s. Frankr. Niederlande. G. Gulden (7) zu 100 Cents ... 0,6018 G. Norwegen Wie Dänemark. Ungarn G. Gulden (7) zu 100 Kreuzer (Kr.) O,725s G. Papier: 1.=1f.S. S. Gulden zu 100 Kreuzer... 11,11¹1 Portugal. G. Milreis (8) zu 1000 Reis.. 1,6257 G. Rumänien G. Leu (L.) zu 100 Bani —Frane; Rußland..... G. Rubel (Ro.) zu 100 Kopeken. 1,164s G. n . etwaS. Rubel zu 100 Kopeken 17,961 S. Finland: Markka G. zu 100 Penni 1 Frank G. Schweden Wie Dänemark. Schweizz Franken (Franc, Fr.) zu 5 Wie Serbien Dinar zu 100 Para IFranc; Spanien... Peséta (Pta.) zu 100 Centimos] s. Frankr. Der Peso(Ps.)od. Duro (Piaster) =5 Ptas. II. Amerika. Brasilien Mütel S.) (Ps., ) zu 100 Centavos .. 24,4330 S. Mittelamerika... 6./ Peso od. Piaster (Ps.) zu 1001,4516 G. Vereinigte Staaten G. Dollar (8) zu w100 Cents... 1,5046 G. III. Asien. China S. Tael (TJI.) v. 10 Mehß zu 10 Japan S. Den od. Dollar (8) zu w100 Sen 24, 2607 S. Ostindien, britisch.( S. Rupee oder Rupie (R.) von 1 Ri. in 100 Cents. 16 Annas zu 12 Pice (Peiß) 10,6918 S. IV. Afrika. Agyptens des Deutschen Reichs, sterreichen Münzkonvention (s. d.). 3777½ Gulden österr. W. (zu 2½ Franken) Silbercourant (1:15½) 135½ skandinav. Mark Gulden dinav. Gold österr. W. Kronen Franken 1,1250 0,5556 G. 1,oo00 1,3889 G. 0,68400,4050 S. O,soso 1,000 S. 20,429510,o8s6 G. 18,1595 25,2215 G. 2,0250 1,0000 G. 1,8000[2,5000 G. 4,5357 2,2399 G. 4,03185,5997 G. 3,24980 1,604s G. 2,8887 4,0121 G. 2,202801,1322 G. 2,0380 2,8306 G. 4,0500[ 2,00 G. 3,6000[ 5,0000 G. 3,4200[ 2,250 S. 3,0400[ 5,0000 S. 3,6566 2,1651 S. 3,25035,3459 §. 5,1400[ 3,0434 S. 4,56897,5146 S. 1,62520 0,9623 S. 1,44460 2,3760 S. Das Gepräge einer Münze soll den Feingehalt derselben garantieren, den Nennwert bezeichnen und die Oberfläche vor betrügerischer Entziehung von Metall schützen; zu letzterm Zwecke dienen auch namentlich die verschiedenen Rändelungen. Außer dem Bilde des Landesherrn, dem Landeswappen u. s. w. zeigen eine oder beide Seiten meist noch eine besondere Inschrift oder Umschrift (s. Legende), sowie einen Münzbu chstaben zur Bezeichnung der Münzstätte (des Prägeortes), und zwar bezeichnet A meist die erste Münzstätte eines Landes (wie auf österreichischen Münzen Wien, auf französischen Paris, auf frühern preußischen Berlin) u. s. w. Die Münzstätten und Münzbuchstaben des Deutschen Reichs sind: Berlin (A), Hannover G), Frankfurt (C, seit 1. April 1880 geschlossen),

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 942Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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