Saiut-Clairsee, s. u. Huronsee. (s.d.). Saint-Clar, Stadt im franz. Depart. Gers Saint-Claude, Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Jura, links an der Vienne, seit 1724 Sitz eines Bischofs, zählt (1881) 82¹1 E. und hat nicht unbedeutende Industrie, mn emen iü-Uhren und Drechslerwaren. S. verdankt seinen Ursprung einer vom heil. Romanus um 430 gestifteten Abtei[Condatisco), welche durch Papst Benedikt XIV. in ein Bistum verwandelt wurde. Saint-Clond, Stadt im Arrondissement Versailles des franz. Depart. Seine-et-Oise, mit (1881) 3645 (als Gemeinde 4126) E. und einem Schloß und Park, auf einer Anhöhe am linken Ufer der Seine westlich von Paris gelegen, ist Station der Linien Paris-Versailles (echtes Ufer) und S.⸗Saint-Cyr der Westbahn. Das Schloß, ursprünglich von Jéröme de Gondy, einem reichen Financier, 1572 erbaut, wurde 1658 von Ludwig XIV. angekauft und seinem Bruder, dem Herzog von Orléans, geschenkt, der es durch Mansard vergrößern ließ. Der Gartenkünstler Lenötre legte den Park an, der für sein Meisterstück gehalten wird. Ludwig XVI. kaufte diesen Landsitz 1782 für die Königin Marie Antoinette, die sich sehr in S. gefiel und verschiedene Anbauten daselbst machen ließ. Während der Revolution war das Schloß einem Speisewirt verpachtet, der hier Tanzfeste gab, bis in den letzten Tagen des Direktoriums die beiden Räte ihre Sitzungen dahin verlegten. Der Rat der Alten versammelte sich in der reichen Galerie d'Apollon; die Fünfhundert hielten Sitzung in dem schmalen Orangeriesaal, wo die Hauptbegebenheiten des 18. Brumaire vorfielen. Napoleon I. behielt stets eine entschiedene Vorliebe für das Schloß von S., wo er den ersten Grund zu seiner Regentengröße legte. Er ließ es mit großem Kostenaufwande wieder bewohnbar machen und nahm zeitweise seinen Aufenthalt daselbst. Selbst als Kaiser besorgte er hier die Reichsangelegenheiten öfter als in Paris. Schwarzenberg und Blücher hatten 1814 und 1815 in dem Schlosse ihr Hauptquartier; am 3. Juli wurden hier die Bedingungen der Übergabe von Paris an Blücher und Wellington unterzeichnet. Karl X. bewohnte es, als die Revolution von 1830 ausbrach, und unterzeichnete auch hier 25. Juli die verhängnisvollen Ordonnanzen, welche jene Revolution veranlaßten. Während der Juliregierung war das Schloß im Besitze der Civilliste und Sommerresidenz der königl. Familie; auch Napoleon III. nahm im Sommer hier gern seinen Aufenthalt und ging von S. am 27. Juli 1870 zur Armee ab. Bei der Belagerung von Paris wurde es 13. Okt. 1870 vom Fort des Mont-Valérien aus in Brand geschossen, enthielt jedoch keine Kunstwerke, kostbare Möbheln und Gobelinstapeten mehr, als der Brand daraus eine Ruine machte. Die Pfarrkirche wurde 1865 von Delare im roman. Stil erbaut und besitzt Wandgemälde von J. Duval-le-Camus. Jedes Jahr in den letzten drei Wochen des September wird auf der großen Gartenterrasse längs der Seine eine große Kirchweih, La Fete de 8., gehalten, die berühmteste in der ganzen Umgegend von Paris. S. verdankt seinen Namen dem Meroringer St.⸗Chlodoald (Sohn des Königs Chlodomer), welcher hier ein Kloster gründete und darin 560 starb. Der Ort wurde 1346 von den Engländern und 1411 von den Armagnacs niedergebrannt. Als Heinrich III. 1589 Paris belagerte, schlug er zu S. sein Lager auf, in welchem er von dem Dominikaner Jacques Clément ermordet wurde.