FeedSäros (spr. Schärosch)
ErdkundeBrockhaus 1882

Säros (spr. Schärosch), Komitat im nördl. Ungarn, zählt auf 3822 akm (1880) 168 013 E. Längs der nördl. Grenze streichen die Karpaten hin, welche sich unter dem Namen der Ost-Beskiden oder der Waldkarpaten bis in das Komitat Marmaros erstrecken und mit ihren Zweigen das ganze Gebiet bedecken. Sie sind sämtlich stark bewaldet und enthalten vortreffliche Weiden. Die Hauptflüsse sind die Tareza und die Topla, welche beide reizende Thäler durchströmen. Das Klima ist wegen der Karpaten meist rauh und kalt, aber gesund, doch im südl. Teile mehr gemäßigt. Auf den Bergen gedeiht nur der Hafer; die Thäler sind dagegen fruchtbar und erzeugen alle Getreidearten. Die Berge enthalten Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Antimonerz, Marmor in verschiedenen Farben, Porzellanerde, Polierschiefer, Schwefelkies. Der Berg Libanka bei dem Dorfe Czervenioza oder Vörös-Vägäs ist seit Jahrhunderten wegen seiner Opalgruben berühmt. Das Gebiet um Soövär oder Salzburg, einen Marktflecken 2 Km von Eperies, mit 1300 E. und einer bedeutenden Salzsiederei, heißt wegen seines Salzreichtums das Soövärer Salzkammergut. üÜberaus zahlreich sind auch die Heilquellen und Gesundbrunnen, unter denen die Bäder von Bartfeld (s. d.), der eisenhaltige, zum Baden und Trinken benutzte Sauerbrunnen von Klein-Säros (Kis Säros), einem Dorfe, 2 km von Eperies, die zwei salzhaltigen Gesundbrunnen des neu angelegten Badeortes Ungarisch-Ischl (Magyar Ischla), unweit Alt-Sebes, und die eisen⸗ und schwefelhaltigen Quellen des besuchten Badeortes Szinye-⸗Lipöcz im Siroker Thale die namhaftesten sind. Die Einwohner des Komitats sind vorherrschend Slowaken (58 Proz.) und Deutsche (29 Proz.); dann noch Ruthenen (9, Proz.) und Magyaren (2,18Proz.), lat.⸗kath. und griech.⸗kath. Konfession (14 700 Lutheraner). In den drei königl. Freistädten Eperies, Bartfeld und Zeben gibt es noch zahlreiche Deutsche; auch ist die Zahl der Juden nicht gering (über 12 700). Die fleißige Bevölkerung beschäftigt sich mit Ackerbau, Vieh⸗, besonders Bienenzucht, sowie mit Leinweberei, mit deren Erzeugnissen (bekannt unter dem Namen Eperieser Leinwand) sie durch ganz Ungarn einen lebhaften Verkehr treibt; ferner mit Tuch⸗, Flanell- und Teppichweberei, Töpferei, Eisenbergbau u. s. w. Seit 1870 hat die Auswanderung nach Amerika in diesem Komitat stark um sich gegriffen; im J. 1883 wurde die Zahl der Emigranten auf ungefähr 10000 angegeben. Im Sirokaer Bezirk liegt der Marktflecken Groß⸗-Säros (Nagy-Saäros), am Tarczaflusse und der Linie Abos-Orlo der Kaschau-Oderberger Bahn, mit 2570 E., einem gräfl. Szirmayschen Schlosse und einer Hauptschule. Auf einem nahen Berge liegen die Trümmer des Schlosses Säros, das einst Räkoczys Besitztum war und von welchem das Komitat den Namen führte. Die Hauptstadt des Komitats ist Eperies (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 244Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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