FeedSchleifsteine
TechnikBrockhaus 1882

Schleifsteine (zu runden Scheiben abgearbeitete feine Sandsteine), oder Schmirgelscheiben (mit Leder bekleidete hölzerne oder auch aus Gußeisen, Blei, Kork u. s. w. bestehende Scheiben, die auf ihrem Umfang mit Schmirgelpulver und GÖl als Klebemittel überzogen sind), oder auch Scheiben, die aus gepulvertem und gef chlämmtem Schmirgel mit Hilfe eines Bindemittels gepreßt werden. Mit Wasserglas als Bindemittel formt man auch aus mürbem Thonsandstein Schleifsteine; ferner werden solche aus feinem Quarzsand mit feuerfestem Thon durch Brennen hergestellt. Außer den Drehsteinen verwendet man zum Schleifen sog. Handsteine, Liegesteine oder Wetzsteine von parallelepipedischer Form. Statt der Scheiben mit glattem Umfang wendet man auch rotierende Bürsten an, die mit dem Schleifpulver bestreut sind, ferner endlose Riemen oder einen in einem Bogen wie ein Sägeblatt ausgespannten Draht, der durch das Schleifpulver «scharfo gemacht wird. Auch wird das Schleifpulver auf horizontal lieende flache Platten gestreut, die dann wie Liegesieine benutzt werden. Häufig werden die Schleifulver mittels eines Klebstoffs auf Papier oder einwand befestigt. Besonders 11.9.200 ist das S. mit Sand⸗ und Glaspapier (s. d.), Schmirgelpapier und Schmirgelleinwand. Eine vorzüglich wirksame Anordnung gepulverter 61f59 5 gestattet das Sandstrahlgebläse (s. d.). Maschinenteile (Nähmaschinenteile) Handfeuerwaffen, Schlösser u. s. w. werden in amerik. Schleifwerken auf diese Weise mittels Schleifmaschinen, die den Drehbänken sehr ähnlich sind, bearbeitet. Sowohl das S. von Werkzeugen als das anderer Arbeitsstücke kann entweder trocken oder naß erfolgen. Auf Sandsteinschleifsteinen wird in der Regel naß geschliffen; das rohere S. geschieht mit Wasser (Wa ssersteine); beim feinen Nachschleifen, d. i. Wegnehmen des beim ersten S. entstandenen Grates auf dem Liege⸗ oder Wetzstein, verwendet man meist Ol (Olsteine). Beim S. auf Schmirgelscheiben pflegt man trocken zu schleifen, wobei der gesundheitsschädliche Schleifstaub entsteht, der immer durch Saugventilatoren aus dem Arbeitsraum entfernt werden sollte. Die vorstehende Figur zeigt eine Schmirgelma schineld. h. Schleifmaschine mit Schmirgelscheibe), die in neuerer Zeit vielfach an Stelle des gewöhnlichen Schleifsteins getreten ist. Auf einem sehr soliden gußeisernen Gestell ist die Achse der Schmirgelscheibe gelagert; auf derselben ist eine Stufenscheibe aufgekeilt, um verschiedene Geschwindigkeiten erzielen zu können. Die Schmirgelscheiben dieser Maschine werden aus feingepulvertem und geschlämmtem Naxosschmirgel in der Weise hergestellt, daß letzterer mit einem Bindemittel, dessen genaue Zusammensetzung geheim ge-I wird, das aber im wesentlichen aus Schelack besteht, erwärmt und unter hydraulischen Pressen zu kreisrunden Scheiben 1 gi wird. Die Herstellung muß äußerst sorgfältig geschehen, weil die Schmirgelscheiben sich mit großer Geschwindigkeit drehen; schließlich werden die gepreßten Scheiben für feinere Arbeiten mit einem Diamant abgedreht. Über Glasschleifen s. u. Glas, Bd. VIII, S. 825; über das S. von Edelsteinen s. Diamantschleifapparat und Edelsteinschleiferei; über das S. von Tischplatten, Parkettböden u. s. w. vgl. Sandschleifmaschine; über Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XIV. Holzschleiferei für die Zwecke der Papierfabrikation s. unter Holzstoff.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 384Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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