Schloß noch mit einem Detektor versehen. Demzufolge wird der Riegel bei einem Versuch, die Kombinationsteile mittels eines falschen Schlüssels oder mittels Sperrzeugs zu heben, arretiert; der Besitzer kann daher mit dem richtigen Schlüssel nicht öffnen, sondern muß erst diesen in der Richtung drehen, wie wenn er zuschließen wollte, um dadurch die Arretierung auszulösen, sodaß er auf den versuchten Einbruch aufmerksam gemacht wird. Eine zweite Gattung von Kombinationsschlössern hat als Vorbild das zu Ende des 18. Jahrh. (j. u. Bramah) erfundene Bramahschloß, welches in der Fig. 6 dargestellt ist. Bei diesem S. wirkt der Schlüssel nicht unmittelbar auf alicht die sondern ermöglicht die ders, mit welchem ent⸗ EEE weder der Schlüsselbart oder statt dessen ein beständig im S. bleibender Iil excentrischer Zapfen ver⸗ 15bunden ist und der die Bewegung des Riegels be⸗ Fig. 6. Fig. 7. wirkt. Fig. 6 zeigt einen Vertikalschnitt durch den Hauptteil des Bramahschlosses, den Cylinder. Mita ist ein Messinggehäuse bezeichnet, welches die Verschlußvorrichtung, die Eingerichte, enthält; dieser Teil wird gewöhnlich durch die Thür hindurchgesteckt. In dem Gehäuse a steht ein hohler Cylinder b, der mittels eines besondern Schlüssels gedreht werden kann; in die Wandung desselben ist von außen eine ziemlich tiefe Nut eingedreht, in welche eine an a festgeschraubte zweiteilige Stahlplatte e eingreift, sodaß bei einer Drehung von b diese Platte als Führung dient. Der e Cylinder b wird unten durch die aufgeschraubte eiserne Platte d geschlossen, in welche der Dorn als Führungsachse für den hohlen Schlüssel fest eingenietet ist; der Deckel dieses Cylinders hat eine für den Schlüssel passende Offnung. Im Innern des nämlichen Cylinders steckt über dem Dorn e das Kopfstückg, das durch eine Spiralfeder gegen den Deckel des Cylinders gedrückt wird. In die Wand des letztern sind ferner, von innen nach außen gehend, der ganzen Länge nach sechs radiale Nuten eingeschnitten, wie aus dem Grundriß Fig. 6 zu ersehen ist; dieselben reichen so weit nach dem äußern Umfang des Cylinders, daß sie die Platte c übergreifen, welche an den mit den Nuten korrespondierenden Stellen ebenfalls radial ausgeschnitten ist. In den sechs Nuten des Cylinders b stecken die eigentlichen Zuhaltungen, die ihrer äußern Form nach alle gleich, aber mit in verschiedenen Höhen liegenden Ausschnitten versehen sind. Besindet sich das S. in Ruhe (gleichviel ob der Riegel vor⸗ oder zurückgeschoben ist), so ruhen die Köpfe der Zuhaltungen auf dem Kopfstück g. Der zum Bramahschloß gehörige Schlüssel ist in Fig. 7 dargestellt; derselbe hat einen hohlen Schaft und ist mit ebenso vielen Einschnitten versehen, als Zuhaltungslamellen vorhanden sind. Die Tiefe dieser Einschnitte ist verschieden und entspricht der Lage der Einschnitte in den Zuhaltungen, sodaß durch Einstecken des Schlüssels, was mit einem gewissen Druck erfolgen muß, die Zuhaltungen alle so weit heruntergedrückt werden, bis ihre Ausschnitte in einer Kreislinie liegen. In dem Augenblick, in welchem der kleine, am Schlüssel befindliche Bart unter die Decke der Hülse a tritt, ist die richtige Stellung der Zuhaltungen erreicht; der Cylinder b kann alsdann gedreht werden. Sobald eine ganze Umdrehung des Cylinders vollendet ist und der Schlüssel mit seinem Bart wieder in den Einschnitt des Schlüssellochs eintritt, springt er, durch die Spiralfeder gehoben, in die Höhe; eine Drehung des Cylinders ist jetzt auch nicht mehr möglich, weil die Zuhaltungen mit ihren Fußenden in die radialen Einschnitte der Platte e fassen. An der Deckplatte d des Cylinders befinden sich ein oder zwei Vorsprünge, welche in die Zähne oder Aussparungen des Riegels eingreifen und dadurch diesen bei der Umdrehung verschieben. Fig. 8 zeigt einen Riegel für das Bramahschloß. Der Kreis bedeutet den Cylinder, dessen Ansätze F und F dadurch den Schub bedingen, daß sie bei der Drehung in Ausschnitt III, resp. bei der zweiten Umdrehung in IVeingreifen. Fig. Ygibt die Ansicht eines kleinen Bramahschlosses. Ein S., das auf einem schon den alten Agyptern bekannten Prinzip beruht, ist das in den fünfziger Jahren in Amerika aufgetauchte Halesche Stechschloß, das mit Hilfe der Fig. 10 erläutert werden soll. Bei dem Yaleschloß und den vielen nach diesem Prinzip konstruierten Schlössern kann ein die Bewegung des Riegels bedingender Cylinder auch erst dann gedreht werden, wenn die Kombinationsteile durch den Schlüssel in eine bestimmte Lage gebracht sind. In Fig. 11 ist b der zu drehende Cylinder; die Kombinationsteile sind Stahlstifte e, e... und d d, welche ringsum mit feinen Riffeln versehen sind. Wird der flache Schlüssel oeingeschoben, so werden, wie Fig. 12 erkennen läßt, die Kombinationsteile gehoben und zwar derart, daß die obere Grenze der Teile dN.. und die untere Stirnfläche der Teile ee. . mit der Cylinderoberfläche zusammen fällt, wodurch der Drehungkein Hindernis mehr im Wege Fig. 12. steht. Gewöhnlich sind die Kombinationsteile durch kleine Spiralfedern von verschiedener Länge und Spannung heruntergedrückt. Der flache Schlüssel hat eigentümlich gezackte Ausschnitte, welche, wie aus Fig. 12 zu ersehen, der Höhenlage der einzelnen Kombinationsteile angepaßt sind. Die aus der Figur nicht ersichtliche übertragung der Bewegung des Cylinders auf einen Riegel kann nach dem Prinzip des Bramahschlosses erfolgen. Eine verbesserte Konstruktion des Haleschlosses ist das Protektorschloß von Kromer. Bei demselben befinden sich die Zuhaltungen in dem gls Protektor bezeichneten Gehäuse, in welchem sich ein Cylinder drehen kann. Dieselben werden hier nicht mittels Federn in die Ruhelage zurückgebracht, wenn sie durch den Schlüssel gehoben sind, sondern lediglich durch einen mit zwei Bärten versehenen Schlüssel bewegt. Die richtige Funktionierung des S., welche auch hier von der Drehung des Cylinders abhängt, ist insofern gesichert, als die bei dem Tadrnbele älterer Konstruktion unvermeidlichen ederbrüche ausgeschlossen sind. Endlich sind noch die Permutationsschlösser zu erwähnen, bei denen das S. jedesmal mit einem beliebig veränderten Schlüssel zugesperrt werden kann, indem man an letzterm die Reihenfolge der aus einzelnen Lamellen gebildeten Ansätze verwechselt, worauf das S. mit einem dem alten nachgebildeten Schlüssel nicht zu öffnen ist. Neuerlich hat man sog. Kontrollschlösser konstruiert. Ein Beispiel für derartige Konstruktionen ist das Hermannsche Kontrollschloß, welches als Vorhängeschloß für Magazine sehr geeignet ist. Dasselbe gestattet das Herausziehen des Schlüssels nur dann, wenn gehörig zugeschlossen wurde, sodaß man bei der Ablieferung des Schlüssels die volle Gewißheit hat, daß die Thür wirklich gesperrt ist. Bei den Strickmaschinen heißt Schloß derjenige Teil, welcher die Nadeln nacheinander hebt, um sie gleich darauf wieder zu senken. Bei Handfeuerwaffen, mitunter auch an Geschützen, heißt Schloß eine Vorrichtung, die behufs Herbeiführung der Entzündung der Pulverladung angebracht ist. (S. unter Handfeuerwaffen.)