FeedSchlüsselburg
ErdkundeBrockhaus 1882

Schlüsselburg, früher Nöteburg, Festung und Kreisstadt im russ. Gouvernement Petersburg, ja lt 10376 E., welche außer Fischerei und Schiffahrt bedeutenden Handel treiben, für welchen die Stadt äußerst günstig liegt, nur 64 kKm von der Residenz entfernt, am Newastrom, da, wo derselbe aus dem Ladogasee tritt, und wo gleichzeitig der aus dem Wolchow und jenem See führende Ladogakanal seine Mündung hat, sodaß sämtliche Barken, welche den Weg von der Residenz nach den Wolgaländern nehmen, diesen Ort berühren müssen. Die Festung befindet sich auf der Katharineninsel, wurde 1323 vom Großfürsten Jurji III. Danilowitsch zum Schutze des nowgorodschen Gebietes gegen die „Schweden erbaut und Orechowetz, d. i. Nüßchen, genannt, wie die Insel Orechow-Ostrow oder Nußinsel. Am 6. Aug. 1348 von dem Schwedenkönige Magnus erobert und Nöteburg (Nußburg) genannt, war sie fortan beständiger Zankapfel zwischen Schweden und Rußland. Peter d. Gr., welcher die Festung den Schweden 12. Okt. 1702 entriß, erkannte sehr richtig die ungemeine Wichtigkeit des Ortes. Er ließ den Kanal graben und die Festungswerke der Stadt verstärken, auch Kasernen, Hospital, Kirchen und Fabriken anlegen. Eine histor. Bedeutung hat S. noch dadurch gewonnen, un Kerder unglückliche Iwan III. (s. d.) 1756—64 in Kerkerhaft gehalten und endlich ermordet wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 417Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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