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ErdkundeBrockhaus 1882

Shenandoah, Fluß im nordamerik. Staate Virginien, ein bedeutender (rechter) Nebenfluß des Potomac, entsteht aus zwei Quellarmen (forks), die sich bei Fort Royal vereinigen, und ergießt sich 82 km im NW. von Washington, nach einem Laufe von etwa 330 km, bei dem Dorfe Harpers-Ferry (s. d.) in den Potomac, unmittelbar vor dessen Durchbruch der Blue-Ridge, welcher zu den großartigsten Naturscenerien der Vereinigten Staaten gehört. Der S. ist von Front-Royal an, etwa 160 km weit, für Barken fahrbar und setzt durch seine außerordentliche Wasserkraft eine große Menge Mühlen, Hammerwerke u. s. w. in Bewegung. Das von den Blue-Ridge im Osten und von der nächsten Hauptkette der Appalachen im Westen begrenzte Shenandoahthal ist das reichste in ganz Virginien und in dem Bürgerkriege der Schauplatz blutiger Gefechte und Schlachten gewesen. Von diesen sind namentlich zu erwähnen die Schlacht bei Croß-Keys 8. Juni 1862, durch welche Frémont die Konföderierten zum Rückzug nach Richmond zwang, deren Niederlage bei Thoroughfare-Gap 28. Aug. 1862 durch Sigel und MDowell, der Sieg Breckenridges über Sigel bei Newmarket 15. Mai 1863, die Niederlage Breckenridges durch Hunter 5. Juni 1863 bei Piedmont und endlich die erfolgreichen Schlachten des J. 1864, durch welche Sheridan 19. Sept. die Konföderierten bei Winchester, 21.Sept. bei Fishers-Hill, 8. Okt. bei Woodstock und 19. Okt. am Cedarcreek schlug. Am 2. März 1865 drang Sheridan von Petersburg aus nach dem Shenandoahthal über Charlotteville bis Lynchburg vor; es konzentrierte sich jetzt der Kampf in Virginien hauptsächlich um Richmond (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 760Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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