FeedShelley (Percy Bysshe)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Shelley (Percy Bysshe), engl. Dichter, geb. 4. Aug. 1792 zu Fieldplace in Sussex, ältester Sohn des Baronets Sir Timothy S., bezog im Alter von 16 J., nachdem er wegen Widersetzlichkeit und wegen seiner religiösen Ansichten von der Schule zu Eton weggeschickt worden, die Universität zu Oxford, die ihn im folgenden Jahre ebenfalls relegierte, weil er eine Abhandlung «The necessity of atheismo drucken ließ und den Professoren übersandte, um mit ihnen darüber zu disputieren. Auch sein Vater sagte sich von ihm los, als er im 19.Jahre gegen den Willen seiner Familie eine Ehe schloß, die unglücklich ausfiel und 1814 freiwillig wieder getrennt wurde. Schon 1810 hatte er sein Gedicht „Queen Maby geschrieben, das später ohne seine Einwilligung gedruckt wurde und in welchem er atheistische Grundsätze offen an den Tag legte. übrigens enthielt dasselbe eine Fülle der schönsten und kräftigsten Stellen. Von einem Aufenhalt in der Schweiz zurückgekehrt, ließ er sich zu Marlow in der Nähe von Windsor nieder und dichtete hier seinen herrlichen Alastor, or the spirit of solitudey. Nach dem Tode seiner ersten Frau (1816) verheiratete er sich mit der Tochter des Schriftstellers Godwin (s. Shelley, Mary), schrieb in Marlow sein Gedicht The revolt ok Islam v und ging dann, veranlaßt durch einen Urteilsspruch, der ihm die Erziehung seiner Kinder untersagte, 1818 mit seiner Frau nach Italien, wo er wieder, wie in der Schweiz, mit Lord Byron zusammentraf. In Rom schrieb er sein Drama Prometheus unbounde. Diesem folgte 1819 ein Trauerspiel &The Cenciv, das trotz der herrlichsten Stellen durch seinen Gegenstand abstieß. Mehrere andere Gedichte: Hellaso, Adonaisv, (Rosalind and Heleno, libersetzungen aus Calderon und Goethes Fausty erschienen in den nächsten Jahren. Er ertrank auf einer Spazierfahrt auf dem Meere 8. Juli 1822. Vgl. die Biographien S.s von Medwin (2 Bde., Lond. 1847), Middleton (2 Bde., Lond. 1858), Hogg (2 Bde., Lond. 1858), Denis Florence MacCarthy Cond. 1872), Cordy Jeaffreson (2 Bde., Lond. 1885), sowie die 4S. Memorials (Lond. 1859; 3. Aufl. 1862). Seine gesammelten Werke sind in vielen Ausgaben erschienen; die vollständigste ist die von Shepherd besorgte (4 Bde., Lond. 1875). Ins Deutsche übersetzte sie Seybt (Lpz. 1844), in Auswahl Prössel (Braunschw. 1845) und Die Cenciv Adolphi (Stuttg. 1837). Sir Perey Florence S., sein Sohn, geb. 1819, erbte 1841 von seinem Großvater den Baronetstitel und die ansehnlichen Güter der Familie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 760Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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