Smith (Sir William Sidney), berühmter brit. Admiral, geb. 1764 zu London, trat im Alter von 13 J. in die brit. Marine und war 1783 schon Fregattenkapitän. Von Thatenlust getrieben, ging er 1788 in schwed. Dienste und kämpfte mit großer Auszeichnung in der Seeschlacht vom 9. Juli 1790 gegen die Russen. Nach dem Frieden von 1790 reiste er nach Konstantinopel und nahm auf der türk. Flotte Dienste. Als jedoch der Krieg zwischen Frankreich und England ausbrach, begab er sich auf die Flotte des brit. Admirals Hood, der Toulon blockierte. Bei der Wiedereinnahme Toulons durch die Republikaner erhielt er den Auftrag, die auf der Reede befindlichen franz. Schiffe, sowie die Arsenale in Brand zu stecken. S. vollzog 18. Dez. 1793 diesen furchtbaren Auftrag und lud dadurch den Haß und die Verwünschungen des Feindes auf sich. Seitdem gebrauchte ihn die brit. Regierung zu den kühnsten Unternehmungen. Im J. 1795 drang er auf Befehl des Admirals Warren mit seiner Fregatte unter franz. Flagge in den Hafen von Brest und zog durch diesen kühnen Streich die genaueste Nachricht von dem Bestande der franz. Flotte ein. Zwar entdeckte man ihn, doch gelang es ihm, zu entkommen. Im folgenden Jahre fiel S. in einem Gefechte vor Havre in die Hände der Republikaner. Das Direktorium ließ ihn nach Paris bringen und in den Temple werfen, aus dem ihn mehrere ihm befreundete Gegner der Regierung mittels eines nachgemachten Befehls des Polizeiministers retteten und nach England beförderten. Man empfing ihn hier mit außerordentlichem Enthusiasmus und der König gab ihm den Befehl über den Tiger von 80 Kanonen, mit welchem er nach dem Mittelmeer abging. Im Verein mit seinem Bruder, James Spencer S., der brit. Gesandter in Konstantinopel war, bewog er die Pforte zu einem Defensiv⸗ und Offensivvertrage, der die Vertreibung der Franzosen aus Agypten bezweckte. Hierauf begab er sich an die syr. Küste, nahm die zu Kaiffa geankerte franz. Flotille weg und versah St.⸗Jean d'Acre mit Geschütz und tüchtigen brit. Offizieren, sodaß Bonaparte die Belagerung des Platzes aufheben mußte. Im folgenden Jahre (1799) schloß er mit Kleber die Konvention von Cl-Arisch, die aber der brit. Admiral, Lord Keith, nicht ratisizierte. S. kehrte dann nach England zurück und wurde 1802 von der Stadt Rochester ins Unterhaus gewählt. Mit der Erneuerung des Kriegs erhielt er den Befehl über ein leichtes Geschwader im Kanal. Nachdem er 1805 zum Kontreadmiral erhoben worden, stieß er zum Admiral Collingwood im Mittelmeer, der ihm die Deckung Siciliens und die Beunruhigung der Franzosen im Neapolitanischen auftrug. Im J. 1807 kreuzte er vor der Mündung des Tejo. Der durch die Franzosen vertriebene Prinz-Regent von Portugal suchte Zuflucht bei ihm und ließ sich durch ihn nach Brasilien bringen. Später lebte S. in Frankreich, bis ihn Wilhelm IV. bei der Thronbesteigung zurückrief und 1830 zum Generallieutenant der Marinetruppen ernannte. Doch ging er bald wieder nach Paris, wo er 26. Mai 1840 starb. Vgl. Barrow, Life and correspondence of Sir William Sidney S.v (2 Bde., Lond. 1847).