Sölti (Joh. Michael von), namhafter Historiker, geb. 19. April 1797 in Neunburg im bayr. Regierungsbezirk Oberpfalz, studierte in Regensburg, München und Landshut, erhielt 1821 eine Lehrerstelle im Erziehungsinstitute für Studierende in München, setzte hierauf seine Studien 1824 -25 zu Göttingen fort und wurde im Nov. 1825 am alten Gymnasium zu München angestellt. Im J. 1826 habilitierte er sich an der münchener Universität für das Fach der Geschichte, wurde jedoch auf Betreiben des erzbischöfl. Generalvikariats 1835 seiner Privatdocentur enthoben. Erst 1848 als Honorarprofessor an der genannten Universität reaktiviert, wurde er im März 1849 zum außerord. und schon im September desselben Jahres zum ord. Professor der Geschichte daselbst ernannt. Im Febr. 1855 erhielt er die Stellung eines Geh. Hausarchivars und im Mai 1868 die eines Geh. Staatsarchivars. Nachdem S. 1872 durch Erteilung des Verdienstordens der bayr. Krone in den Adelsstand erhoben worden, ließ er sich im Nov. 1876 in den Ruhestand versetzen. Von seinen histor. Arbeiten sind zu nennen: Cajus Julius Cäsarv (Berl. 1826), Klio. Fragmente über Geschichte und geschichtliche Darstellungo (Nürnb. 1828), «Titus Livius in seiner Geschichtes (Münch. 1832), (Geschichte der Deutschend (4 Bde., Freiburg w1835—36), WMaximilian Joseph, König von Bayerno (Münch. 1837), «Elisabeth Stuart, Gemahlin Friedrichs V. von der Pfalzy (auch unter dem Titel Der Religionskrieg in Deutschlando, 35de., Hamb. 1840),«Gregor VII.v (Lpz. 1847), «Die Wittelsbacher mit ihren Zeitgenosseny (Sulzbach 1850), Demosthenes, der Staatsmann und Rednero (Wien 1852), «Ludwig der Strenge, Herzog von Bayern» (Nürnb. 1857), „Max II., König von Bayerno (2. Aufl., Augsb. 1867), Fürstenideal der Jesuiteno (Kurfürst Max J., Stuttg. 1870), «Das deutsche Volk und Reich in seiner fortschreitenden Entwickelunge (3 Bde., Elberf. 1878). Auch schrieb er eine Msthetiks (Wien 1872), 4Heldensagenv (Wien 1873), die epischen „Gedichte Konradino (Sulzbach 1848) und (Gustav Adolfo (Münch. 1883) und mehrere Dramen.