FeedSophie Charlotte
GeschichteBrockhaus 1882

Sophie Charlotte, Königin von Preußen, geb. 20. Okt. 1668 als die Tochter des Kurfürsten Ernst August von Braunschweig-Lüneburg, vermählte sich 1684 mit dem König Friedrich I. (s. d.) von Preußen als dessen zweite Gemahlin und starb 1. Febr. 1705. S. war die Mutter des nachmaligen Königs Friedrich Wilhelm I. und somit die Großmutter Friedrichs d. Gr. Die durch geistige Bildung ausgezeichnete Fürstin widmete Wissenschaften und Künsten das lebendigste Interesse; mit den philos. wie den theol. Doktrinen war sie vertraut; in ihrem Schloß zu Lietzenburg, das seitdem ihren Namen trägt (Charlottenburg), empfing sie die Vertreter der entgegengesetzten Systeme, wie den Jesuiten Moritz Vola, der daran die Hoffnung knüpfte, sie der kath. Kirche zuzuführen, und franz. Refugiés, wie Lanfant und Larrey. Leibniz stand ihr von ihrer hannov. Heimat her nahe; mit ihm vereinigt bewog sie ihren Gemahl, die berliner Akademie der Wissenschaften zu gründen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 936Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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