FeedSuezkanal
VerkehrBrockhaus 1882

Suezkanal, der Kanal, we dische mit dem Roten Meer verl N. nach S. den 113 km breiter durchschneidet, welcher Afrika Schon unter dem Pharao Seti wurde ein Kanal gegraben, d die Ostgrenze des Reichs und w Roten Meere führte. Später rao Necho (616 -600 v. Chr.), von Bubastis am Nil nach de graben, den wahrscheinlich Dar endete. Unter den Ptolemäer: weitert, auch unter der Herrsche restauriert worden sein. Seit de geriet er in Verfall. Erst den Ber ralkonsuls F. von Lesseps (s. d.) Meere in direkte Verbindung 1854 legte dieser sein Projekt! Pascha vor und 5. Jan. 1856 Vizekönig die Konzessionsurkund 1859 erfolgte der erste Spater Die Arbeiten wurden in den größtenteils durch Fellahs au traten mehr und mehr Maschi Am 16. Nov. 1869 erfolgte un keiten die Eröffnung des Kanals Eugenie von Frankreich, der Ke der Kronprinz von Preußen un sonen beiwohnten. Der Kan breit und 8 m tief und hat verf stellen für sich begegnende Dabei Port-Said mit zwei Mo 2250 m Länge, die den durck strömung herbeigeführten Sch' halten, führt dann in gerad Menzalesee, dessen Austrocknur des Kanals, begonnen ist, dr die El-Kantara genannte Bodet in den Ballähsee (d. i. Dattel der Kanal durch die Wüste, 16 m hohe Plateau El-Gisr Durchstechung die Beseitigung Erde erforderte, gelangt in Timsahsee (d. i. Krokodilsee), ar (d. liegt und den er bei Tusün die 16 km lange Felsenschwelle s ist durch Schleusenng geschützt, 300 m ai 7—8 m tief. Das 23 m breit und 9 m ede ist sicher und auf »Bevölkerung (1882) otern, Arabern, Inzusammen 10919 E., Erbauung des Suez-Im Mittelalter hieß tum Klysma. Ehe-Seurop.⸗ostind. Handie Stadt nach Entdien und hob sich erst überlandpost (1838), bahn Kairo-⸗Alexanzwasserkanals (1863) einigermaßen. Der twa 10 Mill. Mark rt). Ausgangspunkt ieh, welche die Häfen der verbinden. elcher das Mittellänbindet, indem er von n Isthmus von Suez mit Asien verbindet. I. (um 1400 v. Chr.) der vom Nil aus an hahrscheinlich bis zum unternahm es Pha⸗ „einen neuen Kanal em Roten Meere zu rius Hystaspes volln wurde derselbe eraft der Römer soll er [ISNII. dem 8. Jahrh. n. Chr. mühungen des Genegelang es, die beiden zu bringen. Schon dem Vizekönig Said 6 unterzeichnete der de, aber erst 25. April ustich bei Port-Said. ersten fünf Jahren 18geführt; seit 1864 inen an ihre Stelle. iter großen Feierlich5„ welcher die Kaiserin aiser von Ssterreich, id andere fürstl. Peral ist 160 km lang, 22 man der Sohle schiedene Ausweicheimpfer. Er beginnt olen von 1600 und h die westl. Küstenlamm des Nils abder Linie durch den ng, besonders längs urchschneidet hierauf merhebung und tritt see). Sodann zieht durchschneidet das («Schwellev), dessen von 14 Mill. ebm den 15 qkm großen n welchem Ismailia n verläßt, um durch des Serapeums in das große Bassin der Bitterseen einzutreten (an dessen Ein⸗ und Ausgang ein Leuchtturm sich befindet) und geht von da über Esch-Schaluf et-Terräbe zum Roten Meere, in welchem die Kanalrinne noch 4 km weit fortgeführt ist, bis er den Hafen von Suez, Port Ibrahim, erreicht. Die wirkliche Durchfahrtszeit betrug 1883 im Mittel 19 Stunden 30 Minuten, mit der Anlegefrist bei Tag und Nacht 48 Stunden 30 Minuten. Seit Leue 1886 ist Schiffen, die mit einem elektrischen euchtapparat ausgerüstet sind, gestattet, die Fahrt unter Anwendung genügend starken elektrischen Lichts auch nachts fortzusetzen; in Verbindung mit der beschlossenen Erweiterung des Kanals wird dann hinfort die Durchfahrt in etwa 12 Stunden zurückgelegt werden können. Die Baukosten des Kanals beliefen sich auf etwa 19 Mill. Pfd. St., von denen 12800000 durch Aktienzeichnungen aufgebracht wurden. Der Rest wurde fast ausschließlich vom Vizekönig von Agypten gedeckt, welchem England 1875 fast 180000 Aktien im Werte von 700 Mill. Mark abkaufte. Die Gesamtkosten für den Bau und die erste Einrichtung des Kanals (inkl. der Kosten für die Verbesserung des Kanals und die Anleihe) betrugen bis Ende 1883: 488055019 Frs. Der Wert der der Kompagnie gehörigen Baulichkeiten und des Inventars, sowie der disponibeln und der realisierbaren Aktiva wurde auf 72660223 Frs. geschätzt. Das J. 1872 hat zuerst einen Überschuß der Einnahmen von 2071279 Frs. ergeben. Die Einnahmen der Compagnie universelle du canal maritime de Suez, deren Präsident Lesseps ist, betrugen 1883: 68523 344 Frs., die Ausgaben derselben 30772 248 Frs., mithin betrug der Nettoüberschuß, nach Abzug der statutenmäßigen Reserve von 5 Proz., 35863541 Frs. Die Einnahmen wurden statutenmäßigfolgendermaßen verteilt: es fallen nach Zahlung von 5 Proz. Zinsen für das Aktienkapital 71 Proz. auf die Aktionäre, 15 Proz. an die ägypt. Regierung, 10 Proz. an die Gründer der Gesellschaft und je 2 Proz. an die Direktion und das Personal der Gesellschaft. Die Schiffahrtseinnahmen betrugen 1883 (bei 3307 Schiffen) 65847822 Frs., 1884 (bei 3284 Schiffen) 62378215 Frs., 1885 (bei 3624 Schiffen) 62 199990 Frs. Das erste größere durchgefahrene Schiff war ein deutsches. Den Kanal passierten 1870: 486 Schiffe mit 493911t; 1872: 1082 Schiffe mit 1439169 t; 1876: 1457 Schiffe mit 2096 772 t; 1880: 2026 Schiffe mit 3057 422 t; 1884: 3284 Schiffe mit 5871501 t. Unter letzterer Zahl befanden sich 2474 brit., 300 franz., 145 holländ., 130 deutsche, 65 österr., 54 ital., 46 span., 18 schwed. und norweg., 17 russ. und 13 japan. Schiffe. Die Zahl der den Kanal passierenden Reisenden belief sich 1876 schon auf 67933; 1880 auf 53517; 1883 auf 119177. Der wichtigste Vorzug des Kanals ist die Abkürzung der Entfernung zwischen Europa und Indien. Der Weg von Hamburg nach Bombay ist um 43 Proz., der von London dahin um 44 Proz., der von London nach Hongkong um 28 Proz., der von Triest nach Bombay um 63 Proz., der von Odessa nach Hongkong um 47 Proz., der von Marseille nach Bombay um 59 Proz., der von Konstantinopel nach Zanzibar um 57 Proz., der von Rotterdam nach der Sundastraße um 26 Proz. verkürzt. So ergeben sich zu Gunsten der Suezroute bedeutende Unterschiede für den Verkehr zwischen Europa und Singapore, dem Sunda-Archipel, China und apan (weniger für Südaustralien). Für große Schiffe, wie die engl. Truppentransportschiffe, ist der Kanal allerdings nicht befahrbar, solange seine Breite nicht um die Hälfte vergrößert wird, wohl aber für Dampfer von 60—130 m Länge,‚, 11 m Breite und 6 m Tiefgang. Für die Belebung des Verkehrs ist der hohe Kanalzoll (10 Frs. pro Tonne Nettogewicht) ein Hemmnis, sodaß noch viele Waren den alten Weg um das Kap beibehielten. Seit 1883 plant man von brit. Seite einen zweiten Kanal durch die Landenge, eine in Paris tagende internationale Kommission erklärte indessen 1885, daß die Vergrößerung des vorhandenen Kanals vorzuziehen sei; es wurde beschlossen, zunächst den Kanal auf 80 m zu vertiefen und die Minimalbreite auf 65 mzu erhöhen; als definitive später herzustellende Minimaltiefe ist das Maß von 9,0o m angenommen. Im März 1885 tagten in Paris Vertreter der an der Kanalschiffahrt interessierten Mächte, um die volle und jederzeitige Freiheit der Kanalpassage zu sichern. Das engl. Projekt eines zweiten Kanals, das trotzdem noch nicht ganz fallen gelassen wurde, läßt den letztern zwischen Alexandria und Abukir beginnen und über Tanta und Kairo nach Suez laufen; hierdurch wird Kairo Seehafen; die Kosten taxiert man auf 900 Mill. Frs. Vgl. Lesseps, Percement de l'isthme de Sues, exposé et documents officielso (Par. 1855; neue Aufl. 1858), «Die Kanalisierung des Isthmus von Suezo in «Unsere Zeit» (Jahrg. 1857); Le Saint, „Listhme de Suezo (Par. 1867); Ritt, Histoireè de l'isthme de Sueze (Par. 1869); Stephan. Der S. und seine Eröffnungo in Unsere Zeite (Jahrg. 1870, 1. Hälfte); Rohlfs, „Von Tripolis nach Alexandrien » (2 Bde., Brem. 1871); Stephan, „Das heutige Agypteno (Lpz. 1872); Baedeker, «Agyptenv (Bd. 1, Lpz. 1877; 2. Aufl. 1885), sowie die Zeitschrift Le Canal de Suez v (Paris) und das ehedem vom Statistischen Bureau in Kairo herausgegebene «Bulletin trimestriel de la Navigation par le Canal de Suezo (Kairo).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 355Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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