Taaffe (Eduard, Graf von), österr. Staatsmann, aus altem irischen Geschlecht 24. Febr. 1833 g geboren, Sohn des Präsidenten des obersten Ge-di richtshofs Ludwig Patrick Graf T. (geb. 23. Dez. 1791, gest. 21. Dez. 1855), wurde mit dem spätern D Kaiser Cranz Joseph erzogen. Im . 1857 trat er ar in den Staatsdienst, wurde Statthaltereisekretär in 14 Ungarn, dann in Böhmen, 1861 Statthaltereirat in Prag, war 28. April 1863 bis 8. Jan. 1867 Landeschef des Herzogtums Salzburg, dann Statthalter in Oberösterreich. Am 7. März 1867 wurde T. Minister des Innern an Stelle Beleredis. In wi öhmen vom Großgrundbesitz in den Landtag 16 und Reichsrat gewählt, gehörte er vom Dez. 1867 mi dem sog. Bürgerministerium als Minister für Landesverteidigung und Polizei an, und war nach Karleden Auerspergs, Rücktritt auch Ministerpräsident dieses Na Kabinetts bis 15. Jan. 1870, wo er, nach dem Me⸗ hol morandenstreit, als Mitglied der Minorität ausschied, um nach drei Monaten in das Kabinett Potocki als Minister des Innern und der Landesverteidigung einzutreten. Nach der Entlassung des Ministeriums Potocki, 7. Febr. 1871, wurde T. Statthalter von Tirol und Vorarlberg. Nachdem im Febr. 1879 das Ministerium Auersperg seine Dimission genommen, wurde T. in dem unter Stremayrs Präsidentschaft teilweise neu gebildeten Kabinett Minister des Innern und seit 12. Aug. 1879 Ministerpräsident. Am 5. Dez. 1879 hielt er im Abgeordnetenhause seine Programmrede, in welcher er die Versöhnunge der Nationalitäten als sein Ziel bezeichnete. Der häufige Wechsel seiner Ministerkollegen (bis 1886 schieden acht) erschütterte seine Stellung nicht, die von einer aus Polen, Czechen, Slowenen und den deutschen Klerilalen bestehenden Majorität gestützt wird gegen den durch den «Sprachenzwange und die Slawisierung der ehemaligen deutschen Bundesländer gesteigerten Widerstand der Deutschen.