FeedTaglilie
Sport & SpielBrockhaus 1882

Taglilie, s. Hemerocallis. aglioni, eine Künstlerfamilie, die sich auf dem Gebiete der Tanzkunst ausgezeichnet hat: Philipp T., geb. 1777 in Mailand als Sohn des Tänzers Karl F. war anfänglich erster Tänzer n und Ballettmeister in Stockholm, wo er anstatt des Rokokokostüms in den Anakreontischen Balletts das wahre antike Kostüm einführte. Später wirkte 9 in Kassel, bis 1853 in Warschau. Er ist der se Verfasser vieler Ballette, unter denen sich Sylphider durch Erfindung, Poesie und sinnreiche choreographische Ausführung auszeichnet. Er starbdi 1I. Febr. 1871 am Comersee. B Marie T., Tochter des vorigen, geb. 23. April D 804 in Stockholm, trat 1822 in Wien, dann in Stuttgart und München, seit 1827 aber in der Zroßen Oper zu Paris mit größtem Beifall auf. 18 zm J. 1832 wurde sie nach Berlin berufen, wo sie de esonders als Bajadere in dem Ballett gleichen Namens sich auszeichnete. Der ungemeine Beifal den sie hier erntete, begleitete sie bei allen ihre Engagements in Deutschland, Frankreich, Italien England und Rußland. Unerreicht war sie in dem was man mit dem technischen Ausdruck Elevatiot benennt. Im J. 1832 verheiratete sie sich mit den Grafen Gilbert de Voisins. Nachdem sie 1844 Paris, 1847 zu London zum letzten mal die Bühn betreten, zog sie sich nach Italien zurück und start 23. April 1884 zu Marseille. Paul T., Bruder der vorigen, geb. in Wien 12. Jan. 1808, widmete sich in Paris im Collége Bourbon den klassischen Studien, späater im Konservatorium unter Coulon, sowie unter Leitung seines Vaters der Tanztunst. Er betrat mit seiner Schwester Marie zugleich die Bühne in Stuttgart (1825), dann in Wien, München und seit 1827 in Paris mit großem Erfolg. Er fand dann 1829 zu Berlin ein lebenslängliches Engagement und verheiratete sich hier mit der ersten Tänzerin, Amalie Galster, die fortan auf der berliner Bühne wie auf häufigen Kunstreisen in Paris, London, Stockholm, Warschau u. s. w., selbst in Amerika die Triumphe des Gatten teilte, aber 1847 von der Buhne schied. Sie starb 23. Dez. 1881 in Berlin. Nachdem Paul T. 1849 zum königl. Ballettmeister und 1869 zum Ballettdirektor des Hoftheaters zu Berlin ernannt worden, widmete er sich mit seltener Energie der Förderung seiner Kunst und erwarb sich besonders durch seine eigenen choreogra hischen Kompositionen den Ruf des vorzüglichsten Ballettdichters der neuern Zeit. Als seine bedeutendsen Ballette sind hervorzuheben: „Sardanapale, Unu. s. w., die nicht nur in Berlin, sondern auch auf den meisten großen europ. Bühnen großen Beifall fanden. T. starb 7. Jan. 1884 in Berlin. Marie T., geb. 27. Okt. 1833 zu Berlin, die Tochter Pauls und Nichte der ältern Marie T., betrat als Schülerin ihres Vaters bereits 1847 in London zum ersten mal, und zwar mit glanzendem Erfolg, die Bühne. Dieselbe enthusiastische Aufnahme fand sie einige Monate später zu Berlin, wo sie engagiert wurde. Im J. 1866 zog sie sich infolge ihrer Vermählung mit dem Prinzen Joseph Windischgrätz von der Bühne zurück. Sie vereinigte im Tanze Anmut und Schönheit mit den Vorzügen künstlerischer Vollendung und einem hervorragenden dramatisch-mimischen Talent.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 446Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sport & Spiel 6