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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Thoas, in der griech. Mythologie König von Lemnos, wurde von seiner Tochter Hypsipyle gerettet, als die Frauen von Lemnos alle andern Männer auf der Insel töteten, später aber von den Lemnierinnen entdeckt und ins Meer versenkt. Nach anderer überlieferung floh er von Lemnos nach der Insel Euböa oder nach Taurien. In diesem Lande ist bei Euripides T. König zu der Zeit, wo Iphigenia dort als Priesterin der Artemis diente, bis sie durch List mit Orest entfloh, während es nach einer andern Dichtung vor der Abfahrt zum Kampfe kam, in dem T. erschlagen wurde. Nach einer Tragödie des Sophokles verfolgte T. die Flüchtigen bis nach der Insel Chryse. Dort lebte Chryseis mit ihrem alten Vater und einem Sohn von Agamemnon, teilte diesem, als sie erfahren, daß die Flüchtlinge Kinder Agamemnons wären, das Geheimnis seiner Herkunft mit, und so verbündete sich dieser mit seinem Halbbruder Orest und T. wurde hier erschlagen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 642Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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