FeedTrafalgar
ErdkundeBrockhaus 1882

Trafalgar, ein Sandsteinvorgebirge in der span. Provinz Sevilla, am 100 — 260 m hohen Felsufer des Atlantischen Meers, zwischen der Straße von Gibraltar und Cadiz, ist besonders durch die Seeschlacht bei Trafalgar berühmt, welche 22. Okt. 1805 stattfand. Im Sommer 1805 hatte sich die franz. Flotte von 24 Kriegsschiffen, welche zu Toulon ausgerüstet war, unter dem Admiral Villeneuve mit der spanischen unter dem Admiral Gravina im Hafen zu Cadiz vereinigt und war in die westind. Gewässer gesegelt. Nelson, der mit einer etwa halb so starken engl. Flotte ihr nachgesendet wurde, suchte sie dort vergeblich, da sie unterdes nach Europa zurückgesegelt war, wohin er nun auch zurückging. Hier hatte bei Corußa, 22. Juli 1805, der Admiral Calder mit 15 Linienschiffen die feindliche Flotte angetroffen und ihr eine Schlacht geliefert, welche aber unentschieden blieb, da ein dicker Nebel im Augenblicke des Kampfes alles verdunkelte; doch hatten sich die Briten zweier span. Schiffe bemächtigt. Die span.⸗franz. Flotte lief in den Hafen von Corusa ein, wo sie sich verstärkte, sodaß sie 34 Linienschiffe zählte, weshalb Calder sich zurückzog. Während dieses geschah, hatte Nelson sich in England aufs neue verstärkt und segelte nun vor Cadiz, wo die feindliche Flotte vor Anker gegangen war. Da ihm vor allem daran lag, sie zu einer Schlacht zu bringen, so zog er sich anz von Cadiz zurück und lockte dadurch die Flotte heraus. Am 19. Okt. 1805 segelte sie aus dem Hafen, am 21. traf sie Nelson beim Kap T. Er hatte den Plan zur Schlacht seinen Unterbefehlshabern schon 4. Okt. auseinandergesetzt. In lord Kolonnen segelte seine 27 Linienschiffe starke Flotte gegen die französisch-spanische von 33 Schiffen, welche eine 15 km lange Linie bildeten und bei Annäherung der Engländer sich in einen Halbkreis ordneten. Allein Nelson wurde vom Winde wie von der Erfahrenheit und Kühnheit seiner Mannschaft besser unterstützt als der Feind. Er durchbrach die feindliche Linie an zwei Punkten. Auf Pistolenschußweite lagen die Schiffe aneinander, mehrere wurden geentert, andere in den Grund gebohrt. Nach drei Stunden war der Kampf geendet. Gravina, der span. Admiral, starb an seinen Wunden; 19 Schiffe waren verloren, darunter eins von 130 und ein anderes von 120 Kanonen. Der franz. Admiral Villeneuve wurde gefangen, ebenso Alava, der span. Vizeadmiral, und der Kontreadmiral Cisneros. Dies war Nelsons (J. d.) letzter und glorreichster Triumph. Ein feindlicher Scharfschütze auf der Santa-Trinidad erkannte ihn an seinen Orden und schoß ihn mitten durch den Stern, der seine Brust schmückte. Admiral Collingwood, welcher unter Nelson befehligte, übernahm statt seiner den Oberbefehl. Vier franz. Schiffe retteten sich und steuerten nach Ferrol, wo sie aber 4. Nov. dem Admiral Strachan in die Hände fielen. Nur 10 Schiffe blieben von der anzen Flotte übrig, welche Napoleon I. in sechs Jal ren geschaffen hatte. rafalgarpark, s. unter Salisbury (Stadt).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 787Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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