FeedTwenthe
ErdkundeBrockhaus 1882

Twenthe, Landschaft in den Niederlanden den östl. Teil der Provinz Oberyssel bildend Hauptsih er niederländ. Baumwollindustrie. Twer (spr. Twerj, russ. Twerskaja Gubernija) eins der sog. Wolgagouvernements des europ. aund, zu beiden Seiten des obersten Laufs der Wolga mit deren Quelle im Westen des Gouvernements und der Wasserscheide zwischen Wolga, Dünn biets, im r gegen 100000 im Nordosten des Ge⸗ „im Kreise Wesjegonsko, Karelen, die hier im 17. Jahrh. aus Schweden einwanderten, die ubrigen vorwiegend Großrussen sind. Der meist lehmige und sandige Boden ist wenig ergiebig für die Landwirtschaft. Bedeutend ist Industrie und Handel und besonders bemerkenswert die massenhafte Verfertigung von Schuhmacherarbeiten, deren Mittelpunkte das Dorf Kimra (3011 E.) im Kreise Kortschewa und die Stadt Ostaschkow sind. Das Gouvernement besteht aus 12 Kreisen und gehört zum Militärbezirk Moskau. Die Gouvernementshauptstadt Twer liegt an beiden Seiten der Wolga, in welche links die Twerza, rechts die Tmaka fällt, und an der Moskau-Petersburger Eisenbahn. Sie wurde 1180 erbaut, war eine Zeit lang die Hauptstadt eines besondern Fürstentums T., ist der Sitz des Erzbischofs von T. und Kaschin, dessen Eparchie bereits zwischen 1271 und 1281 errichtet wurde, und gehört seit dem großen Brande von 1763 zu den regelmäßigsten und schönsten Städten Rußlands. Sie teilt sich in die eigentliche Stadt und in die durch die Wolga von derselben getrennte Slobode oder Vorstadt, hat schöne Kais an der Wolga, schöne Parks und Gartenanlagen, breite Straßen, mehrere regelmäßige Blätze, einen Bazar, einen kaiserl. Palast, ein geistliches Seminar, ein männliches und ein weibliches Gymnasium, eine Kreisschule, 16 andere Schulen, ein Theater, eine Kavallerie-Junkerschule, ein schönes Gouvernementshaus, einen erzbischöfl. Palast, eine große Kathedrale, 33 griech.⸗kath. Kirchen, eine prot. Kirche und zwei Klöster. T. zählt 39 101 E., welche zahlreiche Fabriken und Manufakturen unterhalten und bedeutenden Handel mit Getreide und Metallwaren, sowie starke Schiffahrt treiben. In der Umgebung der Stadt liegen zwei alkalischerdige Eisenquellen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 930Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6