Ulmisches Urkundenbuche (Bd. 1, Stuttg. 1873); derselbe, U.s Buchdruckergeschichte» (Ulm 1840); Haid, «U. mit seinem Gebietv (Ulm 1786); Löffler, „Geschichte der Festung U.»(Ulm 1881); Schultes, Chronik von U.9 (Ulm 1881; Nachtrag 1886). Ulme (Ulmus) oder Rüste r, Name einer zur 23. Klasse des Linneschen Systems gehörenden Baumgattung, welche eine eigene kleine Familie (die Ulmaceen) bildet. Die U. sind der Mehrzahl nach stattliche Bäume, welche am Grunde ungleich—⸗ seitige, stets scharf (meist doppelt) gesägte und zugespitzte, fiedernervige, kurzgestielte Blätter, vor dem Laubausbruch erscheinende, büschelig angeordnete, unscheinbare Blüten (teils Zwitterblüten, teils eingeschlechtige) und einsamige, mit einem breiten, netzaderigen Flügelsaum umgebene Nüßchen besitzen. Die bald gestielten, bald festsitzenden Blüten haben eine einfache, glocken-oder kreiselförmige Hülle (ein Perigon) mit drei-bis neunspaltigem Saume und ebenso viele aus der Hülle hervorragende Staubgefäße mit braunvioletten Beuteln, weshalb die Blütenhüschel von weitem fast schwarz aussehen. Blütezeit im März und April, Fruchtreife Ende Mai oder im Juni, bald nach der Entwickelung der Blätter. Die U. sind über Europa, Asien und Rordamerika verbreitet. In Deutschland kommen drei Arten wild vor: U. campestris L., U. montana Sm. und U. eftusa Wilid. Die erstgenannte Art, die Feldulme Rotulme), früher oft mit der zweiten verwechselt, hat dickliche, fast lederartige, oberseits glatte, unterseits nur in den Nervenwinkeln behaarte Blätter, rundliche Flügelfrüchte, deren Kern (das Nüßchen) in der vordern Hälfte des kahlen, nicht gewimperten Flügels liegt. Hinsichtlich der Form und Größe der Blätter variiert sie Gußerordentlich, hat daher viele bot. Namen. Altere Stämme und Aste haben eine dunkle, tief-, aber kurzrissige Borke. Diese Art ist namentlich in der südlichern Hälfte Europas heimisch. Eine Varietät derelben ist die Korkulme (V. suberosa Monch), mit korkig geflügelten Zweigen und Asten und ziemlich dicker, aufgesprungener Korkrinde an den Stämmen. Diese auffallende Korkbildung zeigen mitunter auch andere Ulmenarten, namentlich deren Stockausschläge. Eine zweite Varietät mit ganz öphramidenförmiger Krone wird als U. fastigiata bezeichnet. Die B ergulme, durch beiderseits sehr scharfhaarige, dünnere, aber meist größere Blätter und längliche Früchte, deren Kern in der Mitte des ebenfalls nicht gewimperten Flügels liegt, von voriger unterschieden, ist die in Deutschland gemeinste Ulmenart und durch ganz Mittel⸗ und einen großen Teil von Nordeuropa verbreitet. Die Rinde der ältern Stämme und Aste ist seicht langrissig. Beide Ulmenarten, welche ihrer vielen Varietäten und übergangsformen wegen manche nur als eine Art ansehen, tragen die Blüten in dichten, halblugeligen Büscheln. Die Flatterulme unterscheidet sich durch die langgestielten, lockere, unregelmäßige Büschel bildenden Blüten und die kleinen, länglichen Früchte, deren Kern in der Mitte des gewimperten Flügels liegt. Die Blätter sind am Grunde meist sehr schief herzförmig, oberseits glatt und kahl, unterseits weichhaarig. Die Rinde des Stammes blättert sich in flachen, dünnen Stücken. Heimisch ist sie besonders in Mitteleuropa. Die Abbildung auf Tafel: Laubhölzer, Waldbäume II, Fig. 3, zeigt eine Bergulme als Baum, außerdem: 1. Blühende Triebspitze, 2. Einzelblüte, 3.Stempel, 4.Frucht, 5. Triebspitze mit Fruchtbüschel und jungem Laubtrieb, 6. Trieb mit zwei Blüten⸗ und drei Laubknospen, sowie 7. blühende Triebspitze, s. Einzelblüte, 9. Stempel, 10. Einzelfrucht eines Fruchtbüschels der Flatterulme. Alle U. haben ein festes, hartes, schwerspaltiges Holz. Nur das der Zeldulme wird vielfach von Wagnern, Tischlern, Drechslern u. s. w. gern verarbeitet, früher zur Herstellung von Kanonenlafetten verwendet. Die U. sind den Angriffen mancherlei Insekten, namentlich verschiedener Blattläuse ausgesetzt. Sie beanspruchen einen humosen Boden, kommen bei uns namentlich in Buchenwäldern eingesprengt, an Flußufern, Waldrändern, seltener in reinen Beständen vor. Der unmittelbar nach dem Reifwerden gesäete Same keimt in drei bis vier Wochen, die junge Pflanze wird in demselben Jahre noch 10 bis 20 em hoch. Überwinterter Same verliert meist die Keimkraft.