FeedWaschmaschinen
TechnikBrockhaus 1882

Waschmaschinen (frz. machines Klaver, engl. washing-machines) heißen im allgemeinen die maschinellen Vorrichtungen zum Reinigen der Wollfasern, sowie der verschiedenen Gewebe mittels Wasser oder Lauge. Derartige Maschinen, und zwar speziell die zu technischen und gewerblichen Zwecken dienenden, erhalten je nach ihrer Wirkungsweise besondere Namen. So wird bei den Hammerwaschmaschinen das Material durch mehrere hin und her gehende Hämmer in einem Kasten mit warmem Wasser behandelt. (S. unter Appretur, Bd. I, S. 784.) Bei den Pantschmaschinen, einer Abart der vorigen, wird das mit Wasser bespülte, auf einem Tisch befindliche Zeug durch horizontal liegende Klopfhölzer (Waschbleuel) bearbeitet, die durch eine Daumenwelle gehoben werden. Stückwaschmaschinen sind eine Art Walzenwaschmaschinen (s. unter Appretur, Bd. I, S. 784, und unter Tuch, Bd. XV, S. 894), bei denen das Zeug zusammengefaltet bearbeitet wird. Im engern Sinn versteht man unter W. die in Waschanstalten und Haushaltungen an Stelle der Handwäscherei verwendeten Apparate. Dieselben wurden in Deutschland zuerst als amerikanische W. eingeführt, doch finden neben diesen jetzt auch vielfach deutsche und engl. Konstruktionen von verschiedenster Anordnung Verwendung. In der vorstehenden Fig. 1 ist eine sehr leistungsfähige W. der Troy Laundry Machinery Company in Troy (Neuyork) abgebildet, welche für Handbetrieb eingerichtet ist, aber auch nach wenigen Abänderungen von einer Transmission aus betrieben werden kann. In der äußern, mit Blech verkleideten Trommel rotiert, durch Zahnradantrieb bewegt, eine zweite solche von unregelmäßiger Cylinderform, die aus starkem Holz ergestellt und durchlocht ist. Die 5 reinigende äsche wird in das Innere der durchlochten Trommel gebracht, worauf man den Deckel derselben verschließt, die Maschine mit Wasser versorgt, sie auch durch den Deckel der äußern Trommel verschließt und mittels der Handkurbel die innere Trommel in Bewegung setzt, wobei man abwechselnd nach der einen und nach der andern Seite umdreht, weil bei der Drehung in nur einer Richtung die Wäsche zu einem Ballen aufgewickelt würde. So reibt die Wäsche nicht nur gegenseitig, sondern au an den Trommelwandungen und wird in kurzer Zeit sehr sauber. 1+* Eine zweite, vielfach verwendete W. ist die in 00 2 veranschaulichte von Thomas Bradford u. omp. in London. Bei derselben wird, nachdem die Wäscheeingebracht und der Deckel festgeschraubtwor— Gummiwalzen, welche durch Federkraft gegeneinander Cteusch werden; der Federdruck ist mittels einer Stellschraube regulierbar. Mit Hilfe derartiger Maschinen geht die betreffende Arbeit viel leichter und viel grundlicher von statten, als durch das früher gebräuchliche Auswinden mit der Hand, ganz abgesehen davon, daß diese Procedur die Wäsche sehr angreift, während mit der Wringmaschine die feinsten Gewebe ausgewunden werden können, ohne im ache⸗ 2 verletzt zu werden. Eine sehr einfache W. ist die von F. Jahnel in Zittau (Fig. 3), welche auf dem Prinzip des amerik. h krümmte Brett ist mit zelne Pakete zusammengerollt und in den mit heißer Lauge gefüllten untern Teil der Maschine gelegt, worauf das Waschbrett so weit herabgelassen wird, bis es, durch den vorn angebrachten Hebel gestellt, mit leichtem Druck aufliegt. Alsdann wird die

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 455Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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