Holzbearbeitungsmaschinen (frz. machines à travailler le bois, engl. wood-working machines). Die Erfindung der zur Bearbeitung des Holzes dienenden Hilfsmaschinen datiert, abgesehen von der Holzdrehbank und von den verschiedenen Systemen der Gattersäge, aus den letzten drei Jahrzehnten. Zuerst kamen dieselben in dem holzreichen Amerika in allgemeinen Gebrauch. Die ersten in Deutschland bekannt gewordenen H. waren amerik., engl. oder auch franz. Fabrikat; gegenwärtig sind jedoch die Konstruktionen der einheimischen Industrie so vervollkommnet, daß der Bedarf Deutschlands an „durch seine Produktion vollständig gedeckt wird. ervorragende Fabrikanten von H. sind in Deutschand: Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik, Kappel-Chemnitzer Stickmaschinenfabrik, Gebrüder Schmaltz in Offenbach a. M. und Deutsch-Amerikanische Maschinenfabrik von Ernst Kirchner u. Komp. in Sellerhausen-Leipzig; in Frankreich: F. Arbey in Paris; in England: A. Ransome u. Comp. und S. Worssam u. Comp. in Chelsea (London); in Amerika: . A. — Comp. in Cincinnati (Ohio). Die H. sind den Maschinen für Metallbearbeitung, welche ältern Ursprungs als sie selbst sind, in der Hauptsache nachgebildet, obschon die Verschiedenheit in der Natur der Materialien es mit sich brachte, daß häufig die Konstruktionsprinzipien geändert werden mußten, da die Struktur des Holzes zu sauberer Arbeit eine sehr rasche Bewegung der schneidenden Werkzeuge erfordert. Der u: Mascht nach zerfallen die H. in die Gruppen: Maschinen zum Fällen, zum Trennen und Schneiden, zum Ebnen, zum Ochren, Stemmen, zum Fräsen oder Kehlen des Holzes, und in solche spezielle Zwecke. Auf der Tafel: H 0 bearbeitungsmaschinen sind die zur Holzbearbeitung in allgemeinen Gebrauch gekommenen Huschinen zun usammengestellt. 07 1 zeigt aschinen zum Fällen und Durchsägen der Baumstämme von F. Arbey in Paris. Diese Machinen, welche leicht auf einem Handwagen an die rbeitsstelle gebracht werden können, bestehen in ihrem hintern, um ein Scharnier schwingenden Teile aus einem Dampfeylinder, dessen Kolben durch den aus dem Betriebskessel durch Schläuche Ba eiteten Dampf in Bewegung gesetzt wird. Die erlängerung der Kolbenstange trägt die Säge. Durch Drehen des großen Handrades wird der Cylinder und dädurch die Säge gegen den Baumstamm gepreßt, und zwar bei der Säge zum Fällen in horizontaler, bei der Maschine zum Durchsägen in vertikaler Richtung. Die zum weitern Zerteilen des Holzes benutzten Maschinen sind die Gattersägen, Kreissägen und Bandsägen. Die Gattersäge (Fig. 2 und 3) wurde am frühesten benutzt, ihre Konstruktion ist jedoch in der Neuzeit wesentlich verbessert worden. Durch Wasser⸗ oder Windkraft betriebene Gattersägen sollen schon im 16. Jahrh. in Norwegen und olstein zur Anwendung gekommen sein; in Engand wurden sie nicht vor dem 17. Jahrh., und war von der Arbeiterbevölkerung hartnäckig beämpft, eingeführt. Die Gattersägen, welche den wichtigften Teil der Säge- oder Schneidemühlen bilden, dienen dem Zwecke, Baumstämme entweder der Länge nach zu zerschneiden, oder nur durch Entfernung der äußern Segmentstücke (Schwarten- oder Schwellstücke) vierkantig zu beschneiden (Abschwarten). Die hierzu verwendeten Sägeblätter sind einzeln oder in größerer ½ in einem viereckigen Rahmen, dem Gatter, befestigt. Ist nur eine Säge in der Mitte des Gatters angebracht, 5 bezeichnet man dieses als Mittelgatter oder lockgatter; sitzt dieselbe an der Seite, wie dies beim Säumen und Abschwarten zweckmäßig ist, so entsteht das Seitengatter (Saumgatter). Ein Gatter mit zwei Sägen nennt man Doppelgatter; sind noch mehr Sägen im Gatter vorhanden, so heißt es Bundgatter oder Vollgatter. Zu den Vollgattern Boble auch das Trenngatter zum Zerteilen der ohlen in dünne Bretter. Zur Verbindung der Säge mit dem Gatter dient die Sägekappe, in welche das Sägeblatt eingefaßt ist und die in der Querverbindung des Rahmens, dem Gatterriegel, verschraubt ist. Die Langseiten des Gatters, die sog. Gatterschenkel oder Gatterstäbe, werden in senkrechten oder wagerechten Gleitschienen, den Gattersäulen, geführt (Vertikal- oder Horizontalgatter) und von einer Welle (Gatterwelle) aus durch Kurbel oder Krummzapfen und Lenkerstange auf und nieder, resp. hin und her bewegt. Der zu zerschneidende Holzblock ist auf einem Wagen (Klotzwagen, Blockwagen) befestigt, der auf eisernen Schienen läuft und durch das Schaltwerk (Vorschubzeug) in gerader Richtung gegen die Sägen geschoben wird. Der Wagen besteht entweder aus zwei horizontalen Balken (Wagenbäumen), die an beiden Enden durch Querriegel miteinander verbunden und so weit voneinander entfernt sind, daß die Sägen zwischen ihnen durchgehen können; oder er wird von zwei kleinen, gewöhnlich eisernen Wagen (Karren) gebildet, die den zu schneidenden Block an seinen beiden Enden tragen. Unter dem Wagen liegen Längsbalken (Straßbäume) zur Unterstützung und Führung desselben; der von dem Wagen zurückgelegte Weg bildet die Straße des Gatters. Das Schaltwerk besteht entweder aus Sperrrädern, in welche von der Gatterwelle oder vom Gatter aus bewegte Sperrzähne eingreifen, oder aus Reibungsrädern. Bei einschneidigen Sägen geschieht der Vorschub entweder beim Aufgang der Säge, also während sie nicht schneidet, wobei die Säge um die Breite des Vorschubs gegen ihre Bewegungsrichtung geneigt ist, damit sie dem vorrückenden Block ausweicht (das Vornüberhängen der Sägen nennt man den Busen oder Anlauf), oder der Vorschub findet während des Niedergangs beim Schneiden der Säge statt. Zweischneidige Sägen, wie sie bei Horizontalgattern regelmäßig angewendet werden, erfordern kontinuierlichen Vorschub. Die Vorwärtsbewegung des Sperr⸗ oder Reibungsrades wird durch Kette, Zahnrad-⸗ oder Schneckenradübersetzung auf den Wagen übertragen. Die Befestigung des Blocks an dem Wagen erfolgt i. besondere, an letzterm befindliche Aufspannvorrichtungen, die entweder einfache Geißfüße, d. h. mit Schneiden versehene und in Scharnieren bewegliche Meißel sind, welche in den Block eingeschlagen werden, oder andere Vorrichtungen, die durch Anpressen von Schrauben gegen den Block diesen festhalten (Blockhalter bei Bund⸗ und Seitengattern). Nach vollendetem Schnitt wird letzterer von Hand und es Wuen vom Schaltwerk zurückbewegt (Rücklauf des Wagens). Fig. 2 der Tafel zeigt eine Vertikal-Bundgattersäge von F. Arbey in Paris mit ruckweisem Vorschub des durch Kette bewegten Karrens; der Block wird durch im Gestell Dendolche Rollen unten und vor den Sägen durch ebensolche Denh geführt. Zum Schneiden starker Blöcke ient die Gattersäge mit Walzenvorschub H: 3) von Ernst Kirchner in Leipzig-Sellerhausen. ei dieser wird der Block ebenfalls durch Karren geführt, gegen Erschütterungen aber durch Rollen, welche mit Gewichten belastet sind und auf den Block drücken, gesichert. Die Gatterwelle kann bei Vertikalgattersägen sowohl unterhalb als oberhalb der Gatterstraße liegen; bei Horizontalgattern befindet sie sich immer seitlich und parallel mit der Gatterstraße. Die Sägezähne des Blattes haben bei einseitigem Schnitt des Gatters meist die Gestalt eines gleichschenkeligen Dreiecks, dessen eine Spitze, die Spitze des Zahns, einen Winkel von ungefähr 45 einschließt. Zwischen je zwei Zähnen ist ein Raum gelassen, in welchem sich die Sägespäne aufhalten können; bei den Wolfszähnen (s. unter Säge) ist dieser Zwischenraum bogenförmig ausgeschweift. Die Zähne sind etwas aus der Ebene des Blattes — abwechselnd einer rechts, einer links — gebogen (geschränkt), damit das Blatt sich nicht in dem Schnitt festklemmt oder übermäßig reibt; der Schnitt ist infolge dessen breiter als die Dicke des Sägeblattes. Die Kreissäge oder Cirkularsäge (Fig. 4 ist eine an der Peripherie mit Zähnen versehene, kreisförmige, dünne Stahlscheibe, die auf einer sich rasch drehenden Welle (Spindel) befestigt ist und gegen die das Holz kontinuierlich vorgeschoben wird. Die Welle ist in einem Tisch (Sägetisch) horizontal so gelagert, daß etwas weniger als die älfte der Kreisfläche aus einem in jenem befindichen Schlitz hervorsteht; die Umdrehungszahl dieser Welle schwankt je nach der Größe der Scheibe .• 750 und 2000 Touren in der Minute. as parallel zur Ebene der Kreissäge auf dem Tisch gegen diese bewegte Arbeitsstück wird von der Säge in einem kontinuierlichen Schnitt zerteilt. Ofters sind auf dem Sägetisch, rechts von der Kreissäge, winkelförmige Lineale (Anschlagleisten) zur Führung des Holzes und zur Sicherung des geraden Schnittes angebracht. Die Kreissäge, die verbreitetste aller H., dient zum Durchschneiden des Holzes sowohl in der Längen⸗ als in der Querrichtung, und wird in den verschiedensten Modifikationen verwendet: als Blocksäge zum Schneiden er Baumstämme in Pfosten und Bretter, als Saumsäge mit fahrbarem Tisch (Fig. 5), um Kanthölzer gerade zu besäumen, als Kreistrennsäge, Lattenkreissäge, Abkürzkreissäge u. s. w. Zum Durchschneiden starker Blöcke bedient man sich der an einem schwingenden Rahmen gelagerten Pendelsäge (Fig. 6), auch Pendelkreissäge, schwingende Säge, Balanciersäge Kebeitsi welche von Hand gegen das festliegende rbeitsstück geschoben wird. Der Antrieb der Kreissäge erfolgt vorzugsweise durch Elementarkraft. Bei der Bandsäge (Fig. 7) ist das aus einem langen Stahlstreifen durch Zusammenlöten der beiden Enden hergestellte und mit verschränkten Zähnen versehene Sägeblatt (Band) über zwei in senkrechter Entfernung voneinander sich drehende und auf ihrem Umfang mit Gummi oder Leder gefütterte Scheiben gelegt. Die untere derselben ist im Gestell der Maschine festgelagert, während die obere mittels Hebels und Schiebegewichts elastisch gelagert und auch vertikal verstellbar ist, sodaß eine nachgiebige Spannung des Sägeblattes erreicht und es außerdem möglich ist, Sägeblätter von verschiedenen Längen zu benutzen. Ein auf den Tisch gelegtes Arbeitsstück wird, wenn es gegen die Zähne der Bandsäge gedrückt wird, von diesen in irgend einer gewünschten Richtung (bei schmalen Sägebändern auch in beliebigen Formen) kontinuierlich zerschnitten. Zur Sicherung gegen Ausweichen ist das Band dicht über und unter dem Arbeitsstück zwischen Holzklötzchen geführt. „Eine H. zum Ausschneiden von Verzierungen in flachen Arbeitsstücken, sowie von Verzierungen in Lochform ist die Decoupiersäge oder Wippsäge (Fig. 8). Bei derselben ist ein schwaches Sägeblatt von 200 — 350 mm Länge lösbar zwischen zwei senkrecht geführten Klemmbacken gespannt, von denen die untere entweder durch Elementarkraft mittels Riemenantriebs und Kurbelbewegung, oder durch den Arbeiter mittels eines Fußtritts auf- und abbewegt wird, während die obere an einer Feder befestigt ist, welche die Säge stetig spannt und selbstthätig in die Höhe zieht. Das auf dem Tisch liegende Arbeitsstück wird beim Abwärtsgehen der Säge von den Zähnen der letztern angegriffen; eine gleichzeitig mit der Säge angetriebene Blasevorrichtung entfernt die durch den Schnitt gebildeten Späne. Die Cylindersäge, Kronsäge oder Rundschneidemaschine ist eine Sägemaschine, deren Hauptteil aus einem kreisrund in Form eines Reifs oder kurzen Cylinders gebogenen Sägeblatt besteht, dessen Zähne in der Art einer Krone nach der einen Kante dieses Reifs stehen. Die Drehung der Säge erfolgt um eine Achse, die parallel zu der Wandfläche des Reifs durch den Mittelpunkt desselben geht; das zu zerschneidende Holz wird in der Richtung der Sägeachse gegen den Zahnkreis der Säge geschoben und erhält durch die letztere eine cylindrische Oberfläche. Über die von Hand bewegten Sägen, wie Schrotsäge, Schweifsäge, Quer⸗ oder Faconniersäge u. s. w., s. Säge. Zum Ebnen und zur Herstellung glatter Ober-Rnan an Hölzern dienen die Hobelmaschinen. an unterscheidet Langhobelmaschinen (Tanential⸗ oder Walzenhobelmaschinen) und Querbobel⸗ oder Scheibenhobelmaschinen. Erstere (Fig. 9) arbeiten mit einer quer über die Holzfläche gehenden, zu derselben parallelen Walze (Schneidkopf, Messerkopf oder Messerwalze), die auf ihrem Umfang mit 2—6 rasch rotierenden Messern besetzt ist, welche in das auf dem Hobeltisch liegende und gegen sie gleichmäßig vorgeschobene Arbeitsstück einschneiden und von demselben breite Späne abnehmen. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Messerwelle (1200 — 2000 Touren pro Minute) richtet sich hauptsächlich nach der Größe der Messerwalze. Die Messer selbst treten wie beim Hobel unter einem Winkel von 45 in das Holz ein; sie sind bei breiten Messerwalzen, der leichtern Anfertigung wegen, aus mehrern Teilen zusammenesetzt, oder zum Zweck eines guten Angriffs sraubenformtin gewunden. Der Vorschub des Holzes erfolgt durch geriffelte und mittels Federn angepreßte Walzen; die Schnitttiefe läßt sich durch Höher⸗, resp. Tieferstellen des Tisches regulieren. Durch zwei übereinander gelegte Messerwalzen, zwischen denen das Arbeitsstück hindurchgeht, kann letzteres sowohl oben als unten gehobelt werden (zweiseitige Hobelmaschine); auch kann man dasselbe an drei oder vier Seiten mittels Messerwalzen bearbeiten (dreiseitige, resp. vierseitige Hobelmaschine, Simshobelmaschine). Ebenso können mit profilierten Messern Kehlungen für Holzleisten erzeugt werden. Die speziell zur Herstellung derartiger Profilierungen dienenden Maschinen sind die Kehlhobel- oder Kehlmaschinen. Ahnlich sind die Nut⸗ und Spundhobelmaschinen +. Einarbeiten der bei Holzverbindungen häufigen uten und Federn. (S. Hobel.) Bei derartigen Maschinen müssen indes für jedes zu erzeugende Profil entsprechende Messer an die Messerwalze geschraubt werden. Ofters hat man auch die Einrichtungen zum Glatthobeln, Kehlen und Profilieren an einer Maschine vereinigt. Fig. 10 zeigt eine kombinierte Hobel⸗, Kehl⸗, Nut⸗ und Spundmaschine von Ernst Kirchner u. Comp. in Leipzig-Sellerhausen. Bei derselben ist der Messerkopf auf einem schrägen Bock verstellbar; die Zuführungswalzen sind mit Gewichten belastet, die einen hets gleichmäßigen Druck auf das Holz ausüben. Außerdem hat die Maschine einen Spanbrecher, welcher dazu dient, beim Schneiden das Ausreißen an den Enden der Hölzer zu vermeiden und auf der Hirnseite des Holzes auch nuten und spunden zu können. Die Langhobelmaschinen eignen sich infolge der Angriffsart ihrer Messer vorzugsweise zur Herstellung glatter Oberflächen, d. h. zum Abschlichten; zum Vorarbeiten (Schruppen) dienen die weniger gebräuchlichen Quer⸗ oder Scheibenhobelmaschinen, welche dicke Späne wegnehmen. Bei diesen Maschinen besteht das arbeitende Werkzeug aus einer zur Holzfläche parallelen, vertikalen oder horizontalen cheibe, welche, um eine zu derselben senkrechte Achse drehbar, auf der dem Holzstück zugewendeten Seite mit Messern versehen ist; letztere nehmen bei der schnellen Rotation der Scheibe von der Ober-Wöramt des unter ihnen bewegten Arbeitsstücks kreisörmige Späne fort. Der Vorschub ist bei den Scheibenhobelmaschinen gleichfalls selbstthätig und wird entweder, wie bei den Langhobelmaschinen, durch geriffelte Speisewalzen besorgt, oder das Inunt wird in einen besondern Rahmen eingepannt und dieser an der Messerscheibe entlang eführt. Zu den Hobelmaschinen gehört auch die Fa ine, welche die Arbeit der Fügebank s. unter Hobel) auf mechan. Wege verrichtet. Den Langhobelmaschinen dem Wesen nach verwandt sind die Fräsmaschinen. Bei denselben besteht das arbeitende Werkzeug, die Fräse (s. d.), aus einem Knopf oder einer Scheibe von federhartem Stahl mit breiten Ausschnitten, zwischen welchen eigentümlich geformte Zähne, sog. Flügel, stehen bleiben, oder aus einem Cylinder, resp. einer Scheibe mit eingesetzten und nach Bedarf auszubanemig. w Messern, deren schneidende Kante geradlinig, mannigfach gekrümmt oder geschweift ist. Ihre hauptsächlichste Anwendung finden die Fräsmaschinen zur Bildung von Hohlkehlen, Stäbchen und zusammengesetzten simsartigen Kehlungen von in der Längenrichtung krummen Arbeitsstücken, wofür sie durch keine andere Arbeitsmaschine ersetzt werden können. Die rasch rotierende Fuase ist in steht meist senkrecht (Fig. 11), und die Fräse ist in der Regel am obern Ende der Welle angebracht. Das nach entsprechender Krümmung zugeschnittene Arbeitsstück wird mit den Händen an die nach dem Bedar; sow Profil geformte Fräse gedrückt und nach edarf sowohl fortgeschoben als gewendet; bei stehender Welle ragt nur der oberste Teil derselben mit der Fräse aus dem Arbeitstisch hervor, auf welchem das Holz liegt, um seitwärts an der Fräse vorbeizugehen. Zur ildung von Nuten und schmalen Enschnitten ist die Fräse eine kreisrunde Scheibe mit sägeartig grobgezahntem Rande. Bei horizontaler äsenwelle handhabt man das Arbeitsstück unter er Fräse und gibt ihm dann gewöhnlich eine leicht drehbare Friktionswalze zur Unterlage. Die Holzdrehbank ist eine Vorrichtung zum Rundformen des Holzes. Sie stimmt im wesentlichen mit dem gleichnamigen Werkzeuge des Metalldrehers überein, nur erfordert sie eine weniger sorgfältige Ausführung, da die äußerste Genauigkeit beim Holzdrechseln unnötig, durch das leichte Verziehen des Holzes eigentlich unmöglich ist. Mit Rücksicht darauf, daß sich Holz überhaupt leicht drehen läßt, werden die gewöhnlichen Holzdrehbänke fast immer durch Treten bewegt; nur bei der fabrikmäßigen Herstellung hölzerner Drechslerwaren wendet man zu ihrem Betriebe Elementarkräfte an. über die Einrichtung derselben s. Drehbank. Das Einspannen der Holzstücke auf der Drehbankspindel geschieht mittels verschiedener Futter oder Patronen, hölzerner, messingener oder eiserner Hohlcylinder, welche auf das Gewinde am vordern Ende der Spindel aufgeschraubt werden und in denen das Arbeitsstück durch Schrauben, durch Eintreiben, oder auch durch Einklemmen (Klemmfutter) festgehalten wird. Langen Arbeitsstücken, die zwischen Spitzen eingespannt werden, wird die rotierende Bewegung der Drehbankspindel durch das Indehan (Zwirl) übertragen; dies ist ein auf der Spindel angeschraubter Kopf, der eine scharfe stählerne Mittelpunktspitze und zwei breitere schneidenartige Stahlzacken enthält, die in die Endflächen des Arbeitsstücks eingestochen werden. Die zum Bearbeiten des Holzes auf der Drehbank benutzten Dreheisen oder Drehstähle sind von den ae Drene des Metallarbeiters durch ihre größere Breite und ihren spitzern Zuschärfungswinkel verschieden. Allgemein werden die Röhre, der Hohlmeißel (Schrotmeißel) und der Drehmeißel (Schlichtmeißel oder kurz Meißel) angewendet. Die Röhre, von 6 —36 mm Breite, ist eigenartig ausgehöhlt und an der Schneide zu einer ellipsenförmigen Kante ausgeschliffen. Der Meißel, dem Balleisen (s. d.) gleichend, dient Ime Fertigdrehen des Holzes und hat eine geradlinige, gegen die Achse des Werkstücks schrägstehende, an beiden Flächen zugeschärfte Schneide. Andere bei der Holzdrehbank in Anwendung kommende Stähle sind der Ausdrehstahl mit seitwärts stehender Schneide zum Ausdrehen von Höhlungen, der Spitzstahl zum Einschneiden spitzwinkeliger Furchen, der Schlichtstahl, ähnlich dem Meißel, jedoch nur an einer Seite zugeschärft, zum Schlichten (Reindrehen) sehr harter Hölzer, der Stichstahl zum Ausdrehen rechtwinkeliger Furchen, der Hakenstahl und der Mond⸗ . zum Erweitern von Höhlungen, schließlich as Baucheisen, der Ausdrehhaken, der Einschneider und der Zweischneider zum Bearbeiten der Bodenflächen von Höhlungen. Komplizierte Konstruktionen der Drehbank finden als Ovalwerke oder Passigdrehbänke Verwendung. Man bezeichnet hiermit Drehbänke, deren Spitzen nicht festliegen, sondern beim rehen sich gleichzeitig in einem Kreise bewegen und dadurch die Entfernung des Arbeitsstückes vom Stahl in Ovallinien regelmäßig verändern. Zum men dient die Kopier⸗ oder Schablonen⸗(Fagon⸗)Drehbank. Diese Maschine besteht gewöhnlich aus einer Kombination der Drehbank mit der Fräsmaschine, indem das Arbeitsstück mit der Drehbankspindel verbunden und das Werkzeug wie eine Fräse in Drehung versetzt wird, außerdem aber eine Beweglichkeit erhält, die in jedem Augenblick eine Annäherung oder Entfernung von der Drehachse des Arbeitsstücks gestattet. Zur Erzeugung dieser letzten Bewegung dient meist ein Modell, das genau die Gestalt des anzufertigenden Gegenstandes hat und mit diesem in Rotation versetzt wird. Gegen dieses Modell legt sich mit einem Ende ein Rahmen, der am andern Ende die Fräse trägt und daher, der Oberfläche des Modells fol— gend, die Fräse stets in einer Entfernung von der Drehachse hält, die dem jedesmaligen Querschnitt des Modells genau entspricht. Ähnlich in der Kon— struktion ist die Fag ondrehbank von F. Arbey zur Herstellung von Kannelierungen, Verzierungen etc. (Fig. 12), bei der die den einzelnen Arbeitsstücken entsprechenden Bewegungen des Fräsers durch An— wendung von Schablonen erzielt werden, auf denen das Friktionsröllchen des Rahmens gleitet. Das Bohren gedrechselter Arbeitsstücke wird auf der Drehbank ausgeführt, wenn ein einziges Loch, und zwar in der Achse des Gegenstandes, herzustellen ist. Der Bohrer wird dann in der Richtung dieser Achse mit der Hand an das Holz gehalten und nachgeschoben, während letzteres rotiert; oder es wird das mit der Hand festgehaltene Arbeitsstück gegen den eingespannten Bohrer ge— preßt. Zum Bohren derartiger Löcher wird bei Querholz der Centrumbohrer, bei Langholz der Löffelbohrer (s. unter Bohrer und Bohrmaschinen) zur Anwendung gebracht. Das Bohren auf besondern Bohrmaschinen findet bei Holz statt, um kleine oder mäßig große, nicht sehr tiefe Löcher zu erzeugen. Die hierzu dienenden Maschinen, welche einfacher als die Metallbohrmaschinen sind, tragen die Bohrspindel bei kleinen Bohrern horizontal, sonst vertikal; oft sind auch mehrere solcher Bohrvorrichtungen an einem Maschinengestell vereinigt (Fig. 13). Das Arbeitsstück ruht auf einem Tische, und der Bohrer wird von Hand gegen dasselbe bewegt. (S. auch Bohrmaschi-⸗ nen.) Langlochbohrmaschinen (Fig. 14) finden öfters zur Herstellung von Schlitzen und Nuten Verwendung. Bei denselben ist die Bohrspindel gewöhnlich in einem Schieber gelagert, der von Hand, seltener selbstthätig, gegen das auf dem Tische befestigte Arbeitsstück verstellbar ist. Man bohrt so zuerst je ein Loch an den Enden des vorgezeichneten Schlitzes; alsdann bewegt man das Arbeitsstück mit dem Tische hin und her und nimmt so das noch zwischen den beiden Endlöchern befindliche Holz weg, wodurch eine Nut mit cylindrisch abgerundeten Ecken erzeugt wird. Um in dieser Weise abgerundete Nuten an den Enden eckig herzustellen, können dieselben noch auf Maschinen ausgestemmt werden. Derartige Maschinen, welche auch zum Ausstemmen von Zapfen an Holzteilen Verwendung finden, besitzen einseitig scharf geschlif— fene Meißel, die sich hin- und her⸗, resp. auf⸗ und abbewegen und dabei in das auf dem Arbeitstische befindliche Holzstück einschneiden, welch letzteres nach jedem Schnitt um die Stärke eines Spans (1—2mm) weiter vorrückt. Speziell zum Ausstemmen der durch Langlochbohrmaschinen erzeugten Nuten wird öfters die Stemmmaschine mit der Langlochbohrmaschine kombiniert (Fig. 14); durch die Bewegung des geradarmigen Hebels wird der Meißel gegen die Enden des Nutlochs gepreßt und die Nut scharfkantig ausgelocht. Wie bereits erwähnt, hat man verschiedene der beschriebenen Maschinen zu einer einzigen Konstruktion vereinigt. Außer den kombinierten Hoel⸗, Kehl⸗, Nut- und Spundmaschinen und den Langlochbohr- und Stemmmaschinen gibt es Nut⸗, Spund- und Fügemaschinen, Abrichthobel- und Fügemaschinen, Zapfenschneid⸗-, Stemm- und Bohrmaschinen, Universal⸗, Fräs- und Stemmmaschinen u. a. Eine besondere Klasse bilden die Universal-Holzbearbeitungsmaschinen, auch Universal-Holzarbeiter oder -Tischler genannt. Mit Hilfe einer solchen Maschine kann man hobeln, nuten, spunden, abrichten, abfasen, schlitzen, kantig hobeln, rund- und langlochbohren, Zinken schneiden, lang- und quersägen, stemmen. Dieselbe eignet sich, da sämtliche für diese Operationen erforderlichen Werkzeuge, wie Messerwalze, Fräskopf, Kreissägeblatt, Bohrer und Stemmeisen, auf einem kleinen Tische des Gestells angebracht wer— den können, namentlich zum Gebrauch für Möbelfabrikanten, Tischler, Instrumentenmacher, Kistenmacher, Goldleistenfabrikanten u. s. w. Auch zur Herstellung spezieller Fabrikationserzeugnisse werden verschiedene H. angewendet. Ruy Dofemt ma von Holzschuhleisten und Holzschuhen edient man sich der Kopierdrehbänke. Von Arbey in Paris werden derartige Drehbänke gebaut, auf welchen nach zwei eingespannten Modellen gleichzeitig sechs Holzstücke bearbeitet werden können. Die Holzschuhleisten werden nach der Form der Modelle außen abgedreht und dann für den Zweck des leichtern Einpassens in Unter⸗ und Oberteil (Fuß und Spanne) zerschnitten. Bei der Herstellung von Holzschuhen werden die von der Kopierbank kommenden, außen abgedrehten Stücke auf einer zweiten, mit Fräsen ausgerüsteten Kopierdrehbank, soweit die Offnung des fertigen Schuhes reicht, ausgearbeitet, und schließlich wird auf einer dritten Maschine, der Kopierbohrbank, das Holz aus der Spitze des Holzschuhes mittels Löffelbohrer weggenommen. Die zum leichten Einspannen der Holzschuhe in die Maschinen stehengelassenen Zäpfchen werden dann abgeschnitten, worin die einzige von Hand auszuführende Arbeit bei der Anfertigung derartiger Schuhe und Leisten besteht. In ähnlicher Weise enton der Koierdrehbank die Gewehrkolben, Pistolenschäfte, agenradspeichen u. s. w. gedreht. Von einfacher Konstruktion sind auch die Maschinen zur fabrikmäßigen Herstellung von Zündhölzchen. Um viereckige Zündhölzchen zu erzeugen, werden zunächst die Holzklötze auf einer Kreissäge mit sechs Blättern in lange, vierseitige Prismen zugeschnitten. Diese gelangen in einen Schneidapparat, der aus zwei langen, zu einer Schere verbundenen, aufrecht stehenden Messern und einer Anzahl horizontal hinter den Messern eingespannter Schneiden besteht. Beim Arbeiten der Maschine wird das Holzprisma selbstthätig gegen den Schneidapparat vorgeschoben und von den Messern in kleine, dünne Rechtecke zerschnitten, die im nächsten Augenblicke von den scharfen Schneiden in lauter vierkantige Hölzchen zerschnitten werden. Zur Erzeugung runder Zündhölzchen stellt man zunächst Holzdraht, d. h. dünne, runde Holzstäbchen her. Das Schneidzeug der hierzu dienenden Maschine, der sog. Zündhölzerhobel, ist ein schmales Eisen und besitzt statt der Schneide einige trichterartige, an der engen Offnung scharfrandige Röhrchen. Jedes solche Röhrchen schneidet oder spaltet, indem es mit der engen Offnung in das Holz eindringt, ein cylindrisches Stäbchen heraus. Diese Stäbchen werden weiter in einzelne tücke von der Größe der Streichhölzer n Die zum +½1i von Glas, Porzellan u. s. w. neuerlich zweckmäßig angewendete sog. Holzwolle, aus einzelnen langen und dünnen Spänen bestehend, wird auf Maschinen Cchere deren Schneidzeuge ein Zahnhobel und ein chrupphobel sind. Ersterer zieht in das auf dem Arbeitstische aufgespannte Holzstück feine, die Längenrichtung des Holzes verfolgende Furchen, während der nachfolgende Schrupphobel einen breiten Span von angemessener Dicke ablöst der somit in einzelne dünne Späne zerfällt. Der zuweilen statt der Schafwolle zum Veloutieren der Tapeten benutzte Holzstaub, ben und Holzwolle genannt, wird durch Zerreiben und Mahlen gefärbter Holzspäne gewonnen. über die Erzeugung von Holzmehl durch Abschleifen weichen Holzes auf Drehschleifsteinen (Holzstoff) s. Holzschleiferei. Neuerdings sind zum Polieren feiner Möbel, Klavierteile u. s. w. Sandpapiermaschinen in Gebrauch gekommen. Bei denselben wird eine Scheibe, auf deren unterer Fläche Sandpapier befestigt ist, in rasche Rotation versetzt und gegen das auf dem Arbeitstische liegende Holzstück gedrückt, wobei ein an der Maschine befindlicher und mit dieser in Thätigkeit gesetzter kleiner Exhaustor (s. d.) den entstehenden Holzstaub aufsaugt. Die zum Zerkleinern des Brennholzes zuerst zur Anwendung gekommenen Spaltma sch inen, welche die Arbeit der Arxt oder des Beiles ersetzen, haben als Schneidzeug ein zweiseitig angeschliffenes Messer, den Stößel, das mittels Pleuelstange und Schlitzturbel in Führungen auf⸗ und abgleitet. Zwischen der höchsten Stellung des Stößels und dem Tische der Spaltmaschine befindet sich ein freier Raum zur Aufnahme des auf dem Tische mit der Hirnseite aufgesetzten Holzstücks, welch letzteres beim Niedergange des Stößels in der Richtung seiner Längsfasern gespalten wird. Die Spaltmaschine hat in modifizierter Ausführung auch in einigen andern Zweigen der Holzindustrie Verwendung Granltf Die Fabrikation hölzerner Schrauben be ränkt sich infolge des geringen Absatzes derselben auf die Handarbeit oder das Schneiden auf der Drehbank; das Schneidzeug, der Geißfuß (s. d.), wird dann entweder in einer aus hartem Holz gebildeten Kluppe oder im Support befestigt. In manchen Fabrikationszweigen, z. B. in der Stellmacherei und Möbeltischlerei, wird die Eigenschaft des Holzes, sich in eine bestimmte Form biegen zu lassen, vielfach benutzt. Junges und saftreiches Holz läßt sich ohne Schwierigkeit biegen und Lebon die ihm dabei erteilte Gestalt, wenn es im gebogenen Zustande getrocknet wird. Bereits getrocknetes Holz wird für den Zweck des Biegens zuerst der Einwirkung von heißem Wasser oder Wasserdampf ausgesezt und dann um Formen gebogen und getrocknet. Das Biegen um Formen erreicht man zweckmäßig mit der Holzbiegema— schine. Dieselbe besteht im wesentlichen aus einem kräftigen Gestell, auf welchem die Form befestigt ist, während, etwas von ihrer äußersten Kante entfernt, zwei Schienen mit dem einen ihrer Enden drehbar gelagert sind. Um ihre andern Enden sind Seile oder Ketten geschlungen, die durch eine Windevorrichtung angezogen werden und dadurch die Schienen der Form nähern Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IX. önnen. Das zu biegende Holz wird zwischen der Form und den Schienen eingeipannt und hierauf durch Drehen der Windevorrichtung um die erstere zelegt. Auf dem gleichen Prinzip beruhen die schweren Maschinen zum Biegen der sog. gesprengden und ähnlicher Balken. Ein Pressen des Holzes zur Erzeugung von Reliefverzierungen findet in der Art statt, daß gravierte Messingformen (Matrizen) in erhitztem Hdt mittels hohen Drucks in dasselbe eingepreßt werden. nasmaschnen s. unter Holzbearbeitungsmaschinen.