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TechnikBau-Lexikon 1881
Press

Press, 8., engl., I. Presse. — 2. Schrank. „VPrrsse, k. I. Beim Ziegeltreiben im Innern von Gebäuden heißt P. oder Bahn die Stelle, wo die Ziegel zwischen den Balken hindurchgeworfen werden; man muß an diese Stelle den Geschicktesten unter den Ziegeltreibern stellen. II. Auch Preßzeug, Preßwertk genannt, franz. pressoir, m.„ presse, f., engl. press, lat. pressorium, Maschine zu Erzeugung eines Drucks durch verhältnismäßig geringe Kraft. Es kann hierzu fast iede einfache Maschine verwendet werden, bes. Schraube, Hebel und Keil, außerdem noch Cylinder und kommunizirende Rohre. Natürlich wird oft die Verschiedenheit des Zweckes die verschiedene Konstruktion der P. bedingen; wir können hier nur die wesentlichen Eigenschaften jeder Art anführen. — 1. Schrauben. prasse, frz. presse à vis, engl. screw-press. Fig. 2881 in einfachster Einrichtung. Die Schraube F paßt in die feste Mutter G im Preßbalken; die Schraube wird mittels eines Griffs, Preßbaums, Preßbengels, franz. barreau, engl. bar, umgedreht; am unteren Ende ist die Schraube mittels eines Zapfens in eine Pfanne, die Preß-Hlatte D, befestigt, welche beiderseits von zwei Pfosten OO geführt wird. Auf die Platte B wird der zu pressende Gegenstand gelegt und durch Anziehen der Schraube Edie obere Platte niedergebracht. Um nun sehr starke Kraft auszuüben, müßte man den Hebelarm groß oder das Schraubengewinde fein machen; ersteres ist aber unbequem, letzteres schadet der Festigkeit des Gewindes. Letzterer Umstand wird bei der Hunterschen Differenzialschraubenpresse vermieden. Hier sind beide Preßplatten beweglich mit der Schraube verbunden; diese hat oben ein steileres, unten ein flacheres Gewinde, so daß sich die beiden Platten, sobald man die Schraube abwärts dreht, einander immer mehr nähern, wobei die ausgeübte Kraft eben so groß ist, HEIDELBERG O Universitätsbiblic eals ob die Schraube eine einfache wäre, die Ganghöhe aber nur gleich der Differenz aus den Ganghöhen beider Gewinde. — 2. Hebelpresse, franz. p. levier, engl. lever-p. Der wesentliche Theil derselben ist ein einarmiger Hebel. „Sie erfordern, wenn sie kräftig wirken sollen, einen großen Raum. Die Kniepresse (s. d.) gehört zu denselben. — 3. Keilpresse, franz. p. à ooin, engl. Wwedge-p. Sie wirken mittels des Drucks, welcher beim Eintreiben eines Keiles von seinen Seitenflächen ausgeübt wird; die Kraft wirkt meist stoßweise. Einen bedeutenden Theil derselben zehrt die Reibung auf, doch verhindert sie das Zurückspringen é des Keiles. Man verwendet diese Pin bes. zum Auspre ssen des Oeles aus dem zermalmten Oelsamen. — 4. Die Wirkungsweise der Cylinderpresse od. Walzenpresse, franz. P. à Cylindre, engl. roller-p., ist derjenigen der Keilpressen ähnlich. Zu derselben gehören z. B. die Walzwerke (s. d.). Sie bestehen in der Regel aus zwei Cylinö dern, deren Oberflächen einen bestimmten Abstand von einander haben. Beide drehen sich um ihre Achfe; der zu

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 570Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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