Korbflechterei (frz. vannerie, engl. basketworlg), die Herstellung geflochtener Körbe und Korbwaren. Das gebräuchlichste Material für dieselbe sind Weidenruten und zwar diejenigen von strauchartig wachsenden Weiden, da die Ruten der baumartigen Weiden, der vielen Seitenzweige wegen, nur für grobe Flechtarbeiten tauglich sind; viel seltener finden span. Rohr, Bambus u. s. w. Verwendung. Die Weidenruten, die bis zu 2,5mLänge und 146mm Stärke vorkommen, werden im Frühjahr oder besser im Herbst geschnitten und entweder (nur für grobe Körbe) samt der Rinde oder geschält verwendet. Das Schälen geschieht stets in frischem Zustand, weil sonst infolge des Austrocknens die Rinde sich mit dem Holz verbindet. Zum Schälen bedient man sich der sog. Klemme, einer aus zwei elastischen Schenkeln bestehenden hölzernen oder eisernen Zange, durch welche die eingeklemmten Ruten hindurchgezogen werden, wobei die Rinde aufspringt und sich so leicht entfernen läßt. Hierauf werden die Ruten rasch getrocknet, damit 0 nicht ihre weiße Farbe verlieren; in dieser Weise vorbereitet,‚ können sie mehrere Jahre aufbewahrt werden. Durch etwa halbstündiges Einlegen in Wasser erhalten sie ihre ursprüngliche Zähigkeit wieder und sind alsdann zum Flechten geeignet. Für feinere Flechtarbeiten werden die Ruten gespalten und gehobelt, sodaß sie die Form von Bändchen annehmen. Zum Zerspalten der Ruten bedient man sich des Reißers, eines kegelförmigen Werkzeugs aus hartem Holz, das auf seiner obern Seite drei bis vier radiale Schneiden besitzt. Die Rute wird am untern Ende mittels eines Messers in drei oder vier Teile gespalten, worauf der Reißer eingeschoben und rasch gegen die Spitze durch gezogen wird. Die dünnen Spitzen werden abge schnitten und zu kleinern Arbeiten verwendet. Der