Latania L., eine derielen dr welche sich von andern Gattungen derselben Familie durch zweihäusige, mit Scheiden versehene Blüten, dreiteiligen Kelch und eben solche Korolle und dreikernige Beeren unterscheidet. Die Mittelrippe der Blätter (Wedel) ist mehr oder weniger filzig, der Strunk dornig oder unbewehrt. Durch die Form der mächtigen, fächerförmigen, ovalen Blätter, welche aus zu ½ ihrer Länge miteinander verwachsenen Fiederblättchen bestehen, stellt sie sich der Gattung Lodoicea nahe. Die 15 —30 Staubgefäße sind zu cylindrischen, dicht mit dachziegelig sich deckenden Schuppen besetzten Kätzchen zusammengedrängt. Diese Gattung zählt nur wenige Arten, von denen in den Gewächshäusern Europas vorkommen: L. borbonica Lam. (Livistona sinensis). Dieselbe wird in ihrer Heimat (Insel Réunion) über 10 mehoch und hat eine dunkelgrüne Wedelkrone von 6—7 m Durchmesser. Ihre Frucht ist eine gelbfleischige, lederartige Steinbeere von der Größe eines kleinen Apfels. Schöner noch ist L. rubra Jacg., auf den Mascarenen einheimisch und ausgezeichnet durch in der Form ähnliche, aber blaugrau-rote Wedel. Sie ist vielleicht nur eine Form der L. borbonica. Außerdem unterhält man in den Gärten L. glaucophylla Lodd. (L. Commersonii Spr.). Alle diese Arten erfordern ein hohes Gewächshaus mit einer durchschnittlichen Temperatur von 12 bis 15 K., reichliches Licht und weite Kübel mit einer gleichmäßigen Mischung von Lauberde, Rasenerde, Lehm und grobem Flußsand. Solange sie noch nicht zu große Dimensionen gewonnen haben, kann man sie auch in lich gedeihe Wohnstuben unterhalten, wo sie vortrefflich gedeihen, aber häufig mittels eines Wedels von Staub gereinigt werden müssen. Sie lassen sich leicht durch Samen fortpflanzen, der aus ihrem Vaterlande oft in ziemlicher Menge eingeführt wird.