FeedLeesegel
TierreichBrockhaus 1882

Leesegel (laus Leihsegel, d. h. geliehene Segel korrumpiert) machen von obiger Regel eine Ausnahme, da sie in den seltensten Fällen an der Lee⸗, sondern fast immer an der Lupseite gesetzt werden. Es sind dies Hilfssegel aus leichterm Segeltuch gefertigt, die man bei nicht zu starkem und günstigem Winde setzt. Oben auf den Ragen befinden sich zu diesem Zwecke, in eisernen Bügeln ruhend, Bäume, die Leesegelspieren, welche sich nach außen schieben lassen. An ihren Enden werden die an kleinen Raagen befestigten Leesegel teils geheißt, teils mit ihrem untern äußern Ende, dem Außenschoot, ausgeholt. So z. B. ist das Unterleesegel mit seiner Raa an dem Ende der Leesegelspiere auf der Fockraa geheißt und seine äußere untere Ecke an der Backspiere, einem in der Verschanzung befestigten Baume, der sich ausschwingen läßt, ausgeholt. Das darüber befindliche Oberleesegel wird an der Spitze der Marsraa geheißt und an der Unterleesegelspiere ausgeholt, während das dritte, das Bramleesegel, an der Bramraa geheißt und an der Bramleesegelspiere lauf der Marsraa) ausgeholt wird. Lee, Fluß in der irischen Grafschaft Cork, mündet nach einem Lauf von 45 km unterhalb Cork ins Meer. Vor seiner Mündung erweitert er sich zu einer herrlichen Bai, genannt Cove von Cork; auf der Großen Insel innerhalb derselben liegt Queenstown (s. d.). Lee (Graf von), s. Montholon (Charles Tristan de). [Shakers. Lee (Anna), religiöse Schwärmerin, s. unter Lee (Robert Edmund), der bedeutendste General der Konföderierten im amerik. Bürgerkriege, geb. 19. Juni 1807 in Stafford, Westmoreland-County in Virginien, stammte aus einer alten aristokratischen Familie und war ein Sohn des aus dem amerik. Unabhängigkeitskriege bekannten Reitergenerals Henry L., eines Günstlings von Washington. Im J. 1838 zum Kapitän befördert, war er mehrere Jahre hindurch Mitglied des Ingenieurkorps in Westpoint. Als der Krieg gegen Mexiko begann, erfolgte seine Ernennung zum Chef des Stabes von General Wool. Wegen seiner bei Cerro-Gordo bewiesenen Tapferkeit wurde er zum Brevet-Major und nach dem Kampfe bei Chapultepec, wo er eine Wunde davontrug, zum Brevet-Oberstlieutenant ernannt. In den J. 1852—55 war er Aufseher der Militärakademie von Westpoint. Beim Ausbruch des Bürgerkriegs lebte er als Oberst eines Dragonerregiments meistens auf seinem bei Washington gelegenen Gute Arlington, wo er 20. April 1861 seinen Abschied nahm. Schon tags zuvor war er zum obersten Befehlshaber sämtlicher konföderierten Truppen Virginiens ernannt worden. Er befehligte zunächst in Westvirginien, wo er 12. Sept. 1861 bei Cheat-Mountain vom General Reynolds geschlagen wurde. Im Dez. 1861 ward er ins Departement von Südcarolina und Georgien versetzt, kehrte im April 1862 nach Richmond zurück und entwarf den Feldzugsplan gegen MeClellan. Nach Johnstons Verwundung bei Fair-Oaks (26. Juni 1862) übernahm er den Oberbefehl der Südarmee. Er befehligte selbst bei Malvern-Hill und entwarf Racbder den Feldzug gegen Pope im Aug. 1862. Nachdem dieser durch Jackson Ende Aug. 1862 geschlagen war, fiel L. in Maryland ein, wurde aber 17. Sept. bei Antietam zum Rückzug gezwungen. Bei Frederiksburg 13. Dez. 1862 und Chancellorsville 3. Mai 1863 brachte er dagegen den Bundesgeneralen Burnside und Hooker Niederlagen bei. Er wagte nun wieder einen Einfall in den Norden, ward aber bei Gettysburg in Pennsylvanien 1. bis 3. Juli 1863 mit großem Verluste zurückgeschlagen. Im Feldzuge von 1864 leistete L. energischen Widerstand und entfaltete aufs glänzendste die reichen Hilfsmittel seines militärischen Talents. Schritt vor Schritt sich auf Richmond zurückziehend, kämpfte er 11 Monate lang, bis er, den vereinten Anstrengungen Shermans und Grants erliegend, 2. April 1865 nichmond räumen und sich 9. April 1865 bei Appomatox-Court-House mit den überresten seines Heers dem General Grant ergeben mußte. Im Okt. 1865 nahm er die oberste Leitung des Washington-College zu Lexington in Virginien an. Dort starb er 12. Okt. 1870. Vgl. Cooke, «Life of Robert Edmund L.v (Neuyork 1872); Jones, «Personal reminiscences of General Robert Edmund L. (Reuyork 1874); Childe, Le général L., sa vie et ses campagnes (Par. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 891Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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