Abd-el-Kader, 1) (El Hadschi-Abdel-Kader-Uled-Mahiddin), um 1507 zu Maskara geboren und als Marabut ‚erzogen, wallfahrtete, nachdem er längere Zeit in Agypten gelebt, nach Mekka und kehrte 1830 nach Algerien zurück, wo er sich seit 1832 als Häuptlingder Araber im Kampfe gegen die das Land okkupierenden Franzosen in zahlreichen Schlachten ruhmreich hervorthat. Er wurde von diesen als Emir von Maskara anerkannt; nachdem er dieselben an der Tasea aufs Haupt geschlagen hatte, kam es zum Friedensschluss.. Doch nahm der Kampf schon 1839 wieder seinen Fortgang; die Franzosen gewannen immer festern Fuss, so dass A. sich gezwungen sah, beim Sultan von Marokko Abd-ur-Rahmän Unterstützung zu suchen. Jedoch unterlag A. auch mit dessen Truppen in der Schlacht bei Isly (14. Aug. 1844) den Franzosen unter dem Marschall Bugeaud. A. wurde jetzt geächtet, und da er versucht hatte, mit Abd-ur-Rahmans Unterthanen gegen diesen zu agitieren, auch dessen Freundschaft verlustig. Nach langwierigen, mit wechselndem Glück geführten Kämpfen musste er sich am 22. Dezember 1847 an die Franzosen unter Lamoriciere ergeben. Er wurde in verschiedenen Festungen Frankreichs interniert, im Oktober 1852 von Napoleon III. auf freien Fuss gesetzt und lebte seitdem in Brussa und Damaskus, von wo aus er mehrmals (1855 u. 1867) Reisen nach Paris, 1869 nach London und Asypten unternahm, und 1870/71 der französischen Regierung seinen Beistand anbot. Er starb im Mai 1883 zu Damaskus. — 2) Ein Marabut, welcher um das Jahr 1770 das Negerreich Futa-Toro im östlichen Sudan begründete. — 3) Generalgouverneur des ägyptischen Sudan, Nachfolger von Röuf Pascha, traf, nachdem er zuvor Giegler Pascha (der seit Gordon als Vizegouverneur gewirkt hatte) mit der Zwischenregierung betraut, am 12. Mai 1882 in Chartum ein, suchte durch Einführung einer reinen Militärverwaltung und Beschränkung aller Ausgaben im Sudan Ordnung zu schaffen, hatte aber, trotz seines glücklichen Feldzugs 1883 im Sennar und der Besiegung der Insurgenten hei Maduk südwestl. von Mesalamia (s. Auad el-Kerim) und bei Karkodj, mit der Niederdrückung des auf allen Ecken aufflammenden Aufstandes soviel zu thun, dass von seinen ehrlich gemeinten Reformen keine zur Ausführung kam. Er wurde am 26. März abberufen. Sein Nachfolger war Allah ed Din Pascha (s. d.). — 4) (Uled), Dorf in Rhorfa, der südöstlichen Provinz Tafilets.