Abd⸗ ur-Rahmän, Sultan von Fez und Marokko, geb. 28. Nov. 1778, folgte 1823 seinem Oheim Mulei-Suleiman. Seine Regierung war reich an Konflikten mit europ. Mächten; ein Streit mit Osterreich 1828 endete nach dem Bombardement von El-Arisch damit, daß A. auf den früher von Venedig zum Schutze seiner Flagge gezahlten Tribut verzichtete. Eine ernstere Verwickelung mit Spanien, als der Sultan 1844 den span. Konsularagenten Viktor Darmon hatte hinrichten lassen, fand durch Vermittelung Englands friedliche Erledigung. Der durch diese Vorgänge entflammte Fanatismus der marokk. Bevölkerungen drängte A. zur Unterstützung Abd-el-Kaders gegen die Franzpen Während jedoch der Prinz von Joinville Tanger und Mogador beschoß, zersprengte Marschall Bugeaud 14. Aug. 1844 am Isly die Scharen des Sultans und Abd-el-Kaders. Unter Englands Vermittelung kam dann 10. Sept. der Vertrag von Tanger zustande. Der Sultan sah sich jedoch alsbald von Abd-el-Kader bedroht, der auf marokk. Gebiet ein Heer um sich sammelte, um in Marokko ein eigenes Reich zu begründen, aber nach anfänglichen Erfolgen 1847 wieder nach Algerien flüchten mußte. Später geriet A. wegen der Räubereien der Rif-Nan in Verwickelungen mit den europ. Mächten. Tach mehrfachen kleinen Strafexpeditionen der Engländer und bmirnt im: 205 im Aug. 1856 auch der preuß. Admiral Prinz Adalbert einen Versuch, die marokk. Piraten zu zuchtigen. A. starb im Aug. 1859 und hatte seinen 9110 Sidi-Mohammed zum Nachfolger. (S. Marokko.)