Adrär (Adrar; s. v. w. „Gebirge*), gebirgiger Landstrich (ca. 80V m über dem Meere), der am westlichen Ausgang der Sahara, zwischen dem Senegal und Marokko, eine grosse Oase bildet. Seine Entfernung vom Cabo Blanco (Atlantischer Ozean) beträgt ca. 75 Stunden, die von Naint-Louis (an der Senegalmündung) 150 Stunden. Unter den dauernd bewohnten Orten ist Schingheti der bedeutendste; früher hatte Wadän den Vorrang; zu nennen sind noch: Atar und Wjeft (oder Wjuft). Kapitän Vin-Gent, derA. 1860 bereist hat, giebt seine sesshafte Bevölkerung (eine Mischung aus Arabern mit Berbern) auf 7000 Seelen an; sie verteilt sich in der Hauptsache auf die genannten vier Ortschaften. Dr. Barth (Reisen V. Bd., 8. 535) giebt, nach in Timbuktu gesammelten Ausweisen, ein Verzeichnis der im A. sesshaften Stämme. Nach Kapitän Vincent ist der kriegerische Stamm der Yaya-ben-Othman (s. d.) der dominierende. — Ausser dem Dattelbaum wächst im A. Getreide (Gerste) und Hirse, auch die Wassermelone gedeiht. Das A. ist ein nicht unbedeutender Mittelpunkt des Handels nach Marokko, Timbuktu und dem Senegal; wichtiger Ausfuhrartikel ist Salz, das aus der grossen Sebcha (Lagune) von Idjil, fünf Tagereisen nordwestlich von Schingheti, gebrochen wird. — Zu unterscheiden, wenn auch im Namen das Gleiche bedeutend, von Adrär ist Aderar (s. d.).