FeedAraber (Ismaeliten)
Handwerk & GewerbeAfrika Hand-Lexikon 1885

Araber (Ismaeliten), ursprünglich Fremdlinge in Afrika, die in der ältern Zeit nurdurch Handelsniederlassungen an der Ostküste bekannt waren. Seit dem 7. Jahrh. aber haben dieselben eine so grosse Masse ihrer Stämme über den Norden Afrikas verbreitet, dass sie daselbst zur herrschenden Rasse geworden sind. Sie sind aber auch in stetigem Vordringen nach dem Innern begriffen (vergl. Arabische Sprache) und sind an der Ostküste (Sansibar etc.) ebenso die herrschende Rasse wie im Norden geworden. Die Zahl ihrer Stämme ist so gross, dass eine Gliederung beinahe nicht möglich ist. Unter dem Namen „A.“ versteht man im allgemeinen die in den Städten sesshafte Bevölkerung, die nomadisierenden Stämme werden „Beduinen* genannt. Sie sind als solche in Ägypten zu beiden Seiten des Nils, in Nubien und im ägyptischen Sudan bis an die Grenze Abessiniens und der Negerlünder, im eigentlichen Sudan (als Schua: Hirtenvölker) verbreitet und bevölkern mit ihren Stimmen die ganze Mittelmeerküste von Unterägypten an bis an den Atlantischen Ozean. Sie bilden die fast ausschliessliche Bevölkerung der Marlängs dem linken Ufer des Nils bis Abu-Hammed; sie sind stolz auf ihre ausserordentlich dunkle Hautfarbe und erheben Anspruch auf reine arabische Abkunft; die Robabat, von Abu-Hammed bis zur Mündung des Atbara; die Hassanieh, um die Atbara-Mündung, zwischen Robabat und Dschalin, nördlich und südlich; die Homran am Mittellauf der Ströme Atbara und Mareb bis zum Gebiete Base(Kunama); die Schukrieh, Dobeina, Yemanieh.(am Unter- und Mittelaufe des Atbara, marika, Cyrenaika, Tripolitaniens und Tunisiens und treten in sehr starkem Prozentsatz in die berberische Bevölkerung Algeriens und Marokkos; endlich besetzen sie unter der Bezeichnung „Mauren“ die äussersten Grenzen der Sahara, zwischen Marokko und Senegal, bald unvermischt, bald vermischt mit berberischem oder nigritischem Blute. Im Sudan wohnen die folgenden Stämme: die Scheygyeh (Schegie, Schaikieh): von Dongola ch I. ch II wur 57 zur linkes Ufer, und südwärts zu Sennar; die Dschalie oder Dschahalin, hauptsächlich um die Mündung des Blauen Nils, Gebiet Chartum, jedoch weit verstreut als Handelsleute und Ansiedler im Sennar, Taka, Kordofan, Darfur und sogar Kaffa; die Kababisch, weit zerstreut im Westen vom Nil, zwischen 12.°—15.° n. Br., hauptsächlich auf der Route von Obeid (Kordofan) zum Nil in Dongola; die Baggara, hauptsächlich im Süden von Kababisch, längs dem westlichen Ufer des Nıls und des Bachr-el-Arab, unweit von dessen Quellen. — Von ‚Sansibar aus hat sich die arabische Herrschaft sowohl an der Küste nach Norden und Süden, als nach dem Innern des Landes hinein (Tabora, Kihara, Ikuru etc.) ausgedehnt.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 1, S. 154Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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