Kru-Neger (Krao; engl. Kroumen; französ. Oroumanes), Negervolk im westlichen Guinea. Nach Burton ist Krao die richtige Form des Namens; das Wort Krouman (im Plural Kroumen) bedeutet hiernach „Leute von Krao“. Das unter der Dersllharns „Kru-Küste“ bekannte Küstengebiet Guinkas erstreckt sich zu beiden Seiten des Kap Palmas, vom Saint-Andre-Flusse (oder wohl schon vom Rio Sesto) an im Westen über das Liberia-Land bis zum Lahon - Flusse im Osten, über einen Teil des” von Frankreich zu seiner Assini-Kolonie beanspruchten ‚Gebietes. Die Länge der Kru-Küste beträgt etwa. 350. kın. Die wahrscheinlichzur Mandingo- Rasse gehörige Völkerschaft der Kru- Neger ist hochgewachsen und von starkem Körperbau. Die Hautfarbe ist schwarzblau. Die Haare sind wollig und dicht. Der Bart ist weniger spärlich als bei den anderen Negern. Die Weiber der K. sind von hellerer Färbung und gelten als hübsch, werden von ihren Männern (ein in jenen Strichen seltener Fall; Nicolas) eifersüchtig gehütet. Die K. stellen zu den Kriegs- und Handelsschiffen an dieser Küste die Matrosen. Sie sind sehr geschätzte Arbeiter und verlässlich. In der französischen Gabon-Kolonie sind sie sehr zahlreich. Sie verheuern sich in der Regel für ein oder zwei Jahre, mit der Bedingung, nach Ablauf ihres Kontraktes mit ihrem ersparten Lohne in ihre Heimat zurückzukehren. Sie verdingen sich auch gern als Arbeiter in die europäischen Faktoreien. Sie wählen in der Regel abteilungsweise einen Headmann, dessen Befehlen sie sich -dann unbedingt fügen. Whitford (ein .engl. Missionär) stellt die Thhatsache fest, dass die Kru-Neger fern von ihrem Lande der Zivilisation sehr zugänglich sind, aber in der Heimat "sofort wieder in ihre alte Barbarei verfallen. Obgleich sie ihren euro- .päischen Herren mit Hingebung und „Liebe dienen, so wehren sie ihnen doch eifersüchtig den Zutritt zum -Innern ihres Landes; und nichts vermag sie zu bewegen, ihrem Lande auf die Dauer den Rücken zu kehren. Fremde Sprachen lernen sie kinderleicht. Über die K.-Neger haben die besten Nachrichten gebracht: Leighton Wilson („Western Africa“; 1856); Rich. Burton („Wanderings in West-Africa“: 1863); Laird und Oldfield („Expedition to the Niger“; 1832); Allen („Expedition to the river Niger“; 1841); Baikie, „Exploring voyages to tbe Kwora“ (1854); Vallon, „La cöte occidentale d’Afrique‘ (1863).