Metammeh, Stadt im ägyptischen Sudan, gegenüber von Schendi (s. d.) auf dem westlichen Nilufer, unterhalb des sechsten Kataraktes gelegen. Es ist der Niederlagsort für die Produkte des nördlichen Kordofan und bedeckt mit Inbegriff der benachbarten zerstreuten Weiler mit seinen Tabak-, Baumwoll- und Durrafeldern eine Fläche von etwa 100 qkm. 5000 bis 6000 Kaufleute, meist Araber, auch abessinische, finden sich hier zusammen; Lastträger, Holzhauer und Hydromelverkäufer suchen diesen Markt auf. Der grösste Teil der Bewohner aber besteht aus Takrur, einem fleissigen und betriebsamen Stamme. Die Takrur importieren aus Abessinien Häute, Kaffee, Salz, Elfenbein, Stoffe, Last- und Reittiere, um sie den vom Nil hergekommenen Kaufleuten zu verkaufen, aber sie sammeln auch sorgfältig, was das eigne Land erzeugt (Honig, Tabak, Mais, Gummi, Weihrauch, Farb- und Arzneistoffe), und nach Abessinien vertreiben sie die Baumwolle, aus der die Abes-Sinier ihre Oberkleider weben (Reelus).