FeedSuakin
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Suakin, richtiger Sauäkin, der wichtigste Handelsplatz an der afrik. Küste des Roten Meers, liegt in Nubien unter 19 nördl. Br. in dürrer, salzreicher Gegend, im Hintergrunde einer etwa 15 km langen Hafenbucht und zerfällt in zwei Hauptteile, die eigentliche Stadt und die Landstadt Gef (Dschef). Die erstere ist auf einer kleinen, 14 km im Durchmesser haltenden Insel erbaut und besteht aus zum Teil mehrstöckigen, großen, wohlgemauerten Gebäuden und schuppenförmigen Warenmagazinen. An der Südseite der Bucht, auf dem Festlande, dehnt sich die vorzugsweise von Bischarin eltar Ortschaft Gef aus, welche aus einer Anzahl zeltartiger, äußerst unregelmäßig verlaufende Gassen bildender Hütten besteht, aber ungemein belebt ist. Hier befindet sich der Bazar, auf welchem jedoch außer Baumwollzeugen nur wenig von europ. Waren siich diene wird. Im Nordwesten des Gef erheben sich die hohen Mauern der Kaserne, nebst einem mit drei Geschützen armierten Werke; 2 km weiter befinden sich die Brunnen, die von Gärten und Dattelpflanzungen umgeben sind und der Stadt das nötige Trinkwasser liefern. Hauptgegenstände der Ausfuhr sind Vieh, Felle, Perlmuscheln, Baumwolle, Gummi arabicum, Butter (in Krügen), Tamarinde, Sennesblätter, Elfenbein, Straußenfedern und andere Produkte des Sudan. Trotz aller Verbote wird von S. aus noch immer ein beträchtlicher Sklavenhandel betrieben. Der Import besteht hauptsächlich in Baumwollstoffen, Eisen Perlen, Stahlwaren, Holz, Teppichen und Waffen. Die Bewohnerzahl der ganzen Stadt wird von Schweinfurth en 11—13000 geschätzt. Der sehr lebhafte Seeverke r beschränkt sich auf Dschidda in Arabien; die Verbindung mit Suez wird durch die regelermäßig anlegenden ägypt. Dampfer hergestellt. Alle Karavanen, die von S. ihren Ausgang nehmen, gehen entweder nach Berber oder nach Kassala. Der ind. Telegraph hat hier eine Station. Im J. 1865 wurde S. mit seinem Gebiet von den Türken an den en Vizekönigtvon Agypten abgetreten, der in der Stadt Neinen Gouverneur und einen Wakil unterhält. ir S. wurde, als im Sudan der Aufstand des Mahdi (s. d.) mit den Mitteln der ägypt. Regien. rung nicht unterdrückt werden konnte, von brit. n, Truppen besetzt. Nachdem im Jan. 1885 Chartum o. ögefallen und das Heer Lord Wolseleys im Nilthale erden Rückzug nach Oberägypten angetreten hatte, beschloß die brit. Regierung, von S. aus ein neues Heer nach Berber vorrücken zu lassen und unter dessen Schutze eine Eisenbahn zu bauen. Auch dieser Plan scheiterte vollständig an dem Widerstande der Araber unter Osman Digma (s. d.); doch wurde S. noch immer von britischen, zum Teil aus Indien herbeigeführten Truppen besetzt gehalten, welche in einem befestigten Lager westlich der Vorstadt standen und von Osman Digma blockiert wurden. Die von ägypt. Truppen in der Nähe von S. besetzten Forts von Sinkat (. d.), Kassala (s. d.) und Tokar (s. d.) fielen in die Gewalt der Araber, nachdem 4. Febr. 1884 das Entfatzheer unter Baker Pascha beim Brunnen El Teb unweit Tokar eine Niederlage erlitten hatte. Im Frühjahr 1886 fanden vor S. einige Gefechte statt und im Laufe des Sommers wurden die dort stehenden brit. Truppen zurückgezogen und durch ägyptische ersetzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 336Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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