A la daube von einem Türckischen Hahn. Der Türckische Hahn muß abgewürget, sauber geputzet, das Eingeweide heraus genommen, und reinlich ausgewaschen werden. Lege denselben hernach auf einen Tisch, decke ihm ein Tisch-Tuch über den Bauch und schlage mit einem Scheid Holtz oder sonst mit einem Prügel, das herausstehende Bauch-Gerippe ein, damit er schön rund auf der Brust werde. Ferner blanchire ihn, wenn er erstlich gespreilet oder gezäumet worden, in siedendem Wasser, ziehe ihn wieder heraus, und laß ihn wohl trocknen. Hierauff must du den Hahn gantz mit starcken Speck spicken, darzu eine sonderliche grosse Spicke-Nadel erfordert wird, in welche der ungefehr eines Fingers dick geschnittene Speck kan eingeschoben werden. Ist selbigem nun mit den Spicken sein Recht geschehen, must du ihn in eine Serviette wickeln, in einen Potagen-Kessel, (oder in Ermangelung dessen nur in einen andern Topff) thun, Wein, Wasser und Eßig drauff, und zwar gantz voll giessen, gantze Zwiebeln, wie auch gantze Würtze, als Muscaten-Blüten, Ingber, Pfeffer, Nelcken, etc. ingleichen Saltz, so hierbey die allerbeste Würtze, hinein werffen, dieses zum Feuer setzen und allmählich kochen lassen, biß du meynest, daß es gnug sey. Endlich thue es vom Feuer, setze es an einen kühlen Ort, und laß es erkalten. Wilt du anrichten, nimm den Hahn aus der Sosse und wickle ihn aus der Serviette, lege ihn auf eine Schüssel, garnire mit Citronen und Gelée und giebs hin. NB. Ob gleich der Hahn gantz weich in der Serviette gekochet wird, kan es nicht zerfallen; Vielmehr bekommt er, nachdem er kalt worden, ein Ansehen, wie eine Gallerie, wird auch auffs neue gantz feste. Solte derselbe wieder von der Tafel kommen, so stecke ihn in seine vorige Sosse, auch ist ein solch Essen wohl über 6. Wochen gut zu behalten. Wer etwan ein Capaune, Gans, Ente und dergleichen auf diese Art zurichten will, der gehe nur nach obiger Vorschrifft, er wird nicht irren.