Amage, Des Sarmatischen Königs Me dosacci Gemahlin, eine nicht nur tapffere und recht heroische, sondern auch auf Recht und Gerechtigkeit haltende Dame. Sie führte, weil ihr Gemahl das Scepter allzuschläfrig regierte, statt seiner das Regiment, schrieb ihrem Volcke Gesetze für, führte Kriege, thate ihren Feinden und deren Anfällen tapffere Gegenwehr, und ließ nichts vorbey, was die Nothwendigkeit eines klugen und behertzten Regentens erfordert. Denen Einwohnern in der Taurischen Insul Chersoneso, so von denen Scythen überfallen und überwältiget worden, kame sie in einer einigen Nacht mit nur wenigen Volck zu Hülffe, jagte die Feinde heldenmüthig wieder heraus, und erwürgte den feindlichen König selbst. Vid. Polyan in stratagem.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 57–58Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0