Artemisia, Ein in der Artzney-Kunst sehr gelehrtes Weibes-Bild, von welcher der Beyfuß seinen Nahmen bekommen, und welche auch eine Dialecticam geschrieben. Vid. Lotichium von Perfection des Frauenzimmers. pag. 133. Hiernechst hatte sie einen rechten heroischen Geist. Denn als sie dem Xerxes wider die Griechen zu Hülffe kam, war sie selbst diejenige, so in der Schlacht den ersten Angriff thate; Daher auch Xerxes hernach gesagt: Die Männer wären bey der Schlacht Weiber, die Weiber aber Männer gewesen. Vid. Justin. L. II. c. 12. Polyœn. l. 8. Sie war des Mausoli der Carier Königs Gemahlin, welche ihren Mann so übernatürlich geliebt, daß sie nicht nur mit ihm wieder seine Feinde in Krieg gezogen, und tapffer mit gefochten, sondern auch nach seinem Absterben seinen zu Pulver und Asche verbrannten Leib täglich in Weine getruncken, ihm auch überdiß ein solch kostbahres und prächtiges Grabmahl aufrichten lassen, daß noch heute zu Tage alle Grab-Mähle, so prächtig erbauet sind, nach ihres verstorbenen Mannes Nahmen Mausolea genennet werden. Plinius l. 36. Histor. Natural. c. 5. & Gellius lib. 10. Noct. Attic. c. 18.