FeedBeguinæ
Handwerk & GewerbeFrauenzimmer-Lexicon 1715

Beguinæ, Oder die heiligen Beguinen. Waren gewisse Ordens-Schwestern, so sich in ihren ketzerischen Lehren nach den Ordens-Brüdern, so Beguini genennet worden, gleichfals richteten. Ihre ketzerischen Lehren erhellen daraus, weil sie vorgaben 1) es könne ein Mensch hier in dieser Welt zur höchsten Glückseeligkeit gelangen, also, daß sie in der andern Welt nicht könte grösser seyn. 2) Eine Weibes Person zu küssen, sey eine Todt-Sünde, weil die Natur den Menschen nicht eben darzu antriebe; hingegen aber sey es nicht sündlich, mit einer Weibes-Person sich fleischlich zu vermischen, weil die Natur die Menschen darzu anreitzete. 3) daß ein solcher Mensch alsdenn nicht schuldig wäre sich einiger menschlichen Botmäßigkeit zu unterwerffen, dürffte auch weder fasten noch beten. 5) Der Mensch könne es in dieser Gnaden-Zeit so hoch bringen, daß er der Gnade Gottes nicht weiter bedürffe. Vid. Ernest. Amphit. c. 5. p. 109. Abrah. Carpzov. in Annal. ad A. C. 1310. Hottinger. in Histor. Eccles. Tom. 3. Opp. p. 552.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 194–195Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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