Christina, Gustaphi Adolphi, Königs in Schweden Tochter, ward A. 1626. gebohren, und succedirte ihrem Vater, bey dessen Lebens-Zeit sie schon A. 1627. zu einer Königin erkläret ward, in der Crone, die sie aber A. 1654. wieder niederlegte. Eine Königin nicht nur von heroischen Gemüthe und vortrefflicher Tapfferkeit, deren Helden Proben sie hier und dar blicken lassen. Vid. Boecler. Hist. Bell. Sueco-Danic. Ziegler. im Schauplatz täglicher Zeiten. Pufend. in Introduct. ad Hist. sondern auch von erstaunenswürdiger Gelehrsamkeit u. ein rechtes Wunder ihrer Zeit, daß man mehr bewundern als beschreiben kan. Vid. Anonym. Leben der Königin Christina von Schweden, Lips. A. 1705. Pustendorffs Einleitung P. II. p. 674. Zieglers Schauplatz der Zeit. p. 393. usque 665. Tentzels curiose Bibliotheq. A. 1706. p. 345. Ihre ausbündige Gelehrsamkeit und Wißenschafft kan man daher abnehmen, weil sie nicht nur mit denen gelehrtesten Cardinælen und andern beruffenen Männern, als: Salmasio, Heinsio, Carthesio, Kirchero, u. d. g. m. als eine grosse Gönnerin gelehrter Leute täglich Briefe gewechselt, sondern auch ihr hier und dar von gelehrten Leuten allerhand Schrifften und Bücher, als einer wahren und ächten Kennerin dediciret worden, wie denn des Claudii Sarravii Sohn, Isaacus genannt, A. 1654. ihr seines Vaters Episteln dediciret, überdiß auch viele andere herrliche Panegyrica ihr zu Ehren geschrieben worden, dergleichen Henricus Valesius, Sam. Bochartus und andere mehr gethan. Uber dieses soll diese Grundgelehrte Königin sich auch noch in ihrem 70. Jahr auff andere gelehrte Wissenschafften, als die Alchimie, Astronomie, Antiquitæten und andere curiosa geleget haben. Anno 1645. hat sie den bekannten Amaranthen Orden gestifftet, vid. Gryphii Entwurff von geist- und weltlichen Ritter Orden p. 242. & seqq. und diesen dem Spanischen Gesandten, Don Antonio Pimentel. zu Ehren. Vid. Zeitungs-Lexicon voc. Amaranthen Orden. Von ihren gelehrten Sachen und Schrifften ist vor allen andern lesens würdig diejenige ausbündig schöne Epistel, in der sie ihre Gedancken über den enthaupteten König Carl Stuart in Engelland entworffen. Vid. Ulric. Huber. Instit. Histor. Civil. P. 3. l. 2. p. 638. & seqq. wie auch ihre vortreffliche und bewegliche Oratio va-Iedictoria, worinnen sie dem Reiche und der Crone ad jeu faget; sie hat sie zu Upsal 1654. im Monat Febr. gehalten. Vid. Thom. Crenium in Animadvers. Philologic. Historic. P. 4. c. 4. & 5. p. 152. Jedoch so groß ihr Ruhm bey der gelehrten Welt gewesen, so ist doch selbiger durch ihre Aopstasie in etwas verdunckelt worden, da sie die Lutherische Religion abschwur, und zu der Römisch Catholischen unter dem Nahmen Christina Maria Alexandra, übertrat. Wodurch sie dem P. Francisco à S. Augustino Gelegenheit gab seine Palladem togatam i. e. Reginam Sueciæ fidem amplexam Romanam A. 1656. in 4to heraus zu geben. Vid. Morhof. Polyh. p. 270. Endlich ist sie zu Rom A. 1686. im 63. Jahr ihres Alters gestorben, und hat Menagius in Lectionibus Italicis p. 66. in einem gelehrten Carmine ihren Todt beklaget. Sarruvius hat ihr zu Ehren folgendes Epigramma aufgesetzet, welches in der Ubersetzung also lauten dürffte:
Ihr! die ihr Phoebo sucht ein Opffer anzuzünden, Und wiederum von ihm nach Pallas Tempel zieht, Erspahret euch den Weg, und seyd nur unbemüht, Dieweil ihr beyde könnt hier in Christinen finden.