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AllerleiFrauenzimmer-Lexicon 1715

Corbilia, Von Antiochien, war ein rechtes Wunder der Natur. Denn als sie, als ein schönes Mägdlein viel Freyer hatte, und mit ihrer Eltern Einwilligung sich einen wehlete, empfande sie an dem ersten Hochzeit-Tage, als sie zu dem Hause heraus treten wolte, einen unsäglichen Schmertz in dem Leibe, welcher drey Tage lang bey unaufhörlichen Schreyen währete. Den vierten Tag aber drauff fand man nach einem starcken Paroxismo, daß sie sich jähling in einen Mann verwandelt, weil dasjenige, was einem Manne gehöret, mit Gewalt und grossen impetu auf einmahl bey ihr heraus getreten war. Man legte ihr deßwegen nunmehro als einem Manne den Namen Corbilius bey, und muste selbige vor den Claudium Cæsarem nach Rom gebracht werden, welcher diesem Wunder-Bilde zu Ehren in dem Capitolio Jovi Auerrunc. einen Altar lassen aufrichten. Vid. Phlegon. Trallian. in Lib. de Mirabil. & Longæ. v.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 371–372Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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