FeedGevatter-Stücke
Sitten & ModeFrauenzimmer-Lexicon 1715

Gevatter-Stücke, Ist entweder ein mit vielen Confituren und candirten Zierrathen ausgeputzter Marcipan, Mandel- oder Krafft-Dorte, oder auff vielerley Art schmackbar und wohl gebackener Kuchen, so den Gevattern nach vollbrachter Tauffe, vor ihre gehabte Bemühung in das Hauß, nebenst etlichen Pfann-Kuchen, geschicket wird. An etlichen Orten wird statt der Gevatter-Stücken ein Kindtauffen-Schmauß gegeben. In Hamburg wird an statt der Gevatterstücken, ein grosser Zucker-Hut geschicket, der mit einem Crantz von Mantelteig umwunden, und obenher mit einem Strauß geschmücket ist.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 667–668Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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