Hembde, Ist ein von weisser Leinwand geschnittener und auff besondere Art zusammen geneheter gantzer Uberzug des Leibes, den die Weibesbilder auf die blose Haut zu ziehen und selbige damit zu bekleiden pflegen. Seynd entweder Görichte, mit schiefen eingesetzten Seiten-Stücken und langen Zwickeln, oder so genannte Lätzgens Hembden, so einen absonderlichen und zusammen gereyheten Oberleib haben; oder Küttel und Leiber-Hembden, so sonder Lätzgen und Göre sind. Diejenigen Frauenzimmer Hembden, so Ermel von sehr klarer Leinwand haben, auch mit Spitzen besetzet werden, nennet man absonderlich Platt-Hembden. Die Gesinde-Hembden werden offters ohne Ermel gemacht; und heissen Achsel-Hembden. Das Circassische Frauenzimmer in Moscau träget buntgefärbte Hembden, welche von oben biß unten offen stehen. Merckwürdig ist das Hembde der Isabellæ Claræ Eugeniæ, einer ehemahligen Gouvernantin in denen Niederlanden, so sie fast in die drey Jahr lang auf dem Leibe behalten; denn diese Heroische Dame hatte bey der Belagerung des Hafens Oftende eine Gelübde gethan, daß sie ihr Hembde nicht eher vom Leibe ziehen wolte, biß daß sie Meisterin von solchen Ort wäre, welches sie auch gehalten, und soll von der Couleur dieses Hembdes die Isabel Farbe ihren Nahmen bekommen haben.