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GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Johanna, Ferdinandi Catholici Tochter und Philippi I. von Oesterreich Gemahlin. Liebte ihren Gemahl, so einer mit von denen schönsten Printzen seiner Zeit war, vortrefflich, war aber darbey sehr jaloux und eyfersüchtig, massen sie eine gewisse Niederländische Dame, so ihr Gemahl liebete, vor sich bringen ließ, und selbiger nicht nur ihre schönen Haare, so ihrem Gemahl absonderlich gefielen, abschnitte, sondern auch sie noch darzu mit einer Schere dermassen im Gesichte zurichtete und zerfetzte, daß sie mehr einem Ungethüm als einem Menschen, ähnlich sahe. Varillas L. II. de la Pratique de l’Educ. des Princes p. 94. Und als ihr Gemahl ihr dieser Grausamkeit halben eine Maulschelle gab, ward das Ubel ärger, und fiel selbige gar darüber in eine Unsinnigkeit.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 931Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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