Kauff-Labet, Ist ein dem Frauenzimmer mit teutscher Karte gebräuchliches Spiel und Zeit-Vertreib, wo drey oder vier Personen zusammen spielen können, jede Person bekömmt vier Brieffe, und wird ein Trumpff auffgewehlet, nach diesem wird nach der Reyhe herum von denen noch überbliebenen Blättern, so weit selbige herum langen und jeder nöthig hat, gekauffet, das gewehlte Trumpff-Blatt nimmt derjenige, so Karte gegeben hat, gegen Wegwerffung eines andern ein; wer die meisten Stiche hat, geneusset den Profit, wer gar keinen bekommt, muß so viel Labet setzen, als auf dem Teller stehet, oder der Stamm austräget.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1035–1036Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0