FeedMahl-Schatz
Sitten & ModeFrauenzimmer-Lexicon 1715

Mahl-Schatz, Ist dasjenige Pfand, welches ein Bräutigam seiner Braut bey der Verlöbniß zu Versicherung seiner Liebe und Treue einhändiget und sich dadurch verbündlich macht, bestehet insgemein in einem Ring oder auch andern Pretiosen; wird von dem Frauenzimmer insgemein das Fang-Eisen genennet. Den Ursprung des Mahlschatzes erzehlet sehr weitläufftig Glassius Philolog. Sacr. Rhet. I. Tract. I. c. VII. p. 1158. wie auch Rosinus Lib. V. Antiquit. C. 37. Der alte Griechische Poet Homerus, gab seiner heyrathenden Tochter seine Cyprischen Gedichte zum Mahlschatz mit, die sie ihren Bräutigam drauff geben solte.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1189–1190Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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