FeedMedusa
Sagen & MythenFrauenzimmer-Lexicon 1715

Medusa, Eine Tochter des Phorci, die sich mit einem heßlichen unn entsetzlichen Meer-Wunder, Ceto genannt, vermischet. Sie hatte unter vielen andern Schönheiten vortreffliche Haare, so wie Gold spielten, von deren Glantz auch der Neptunus also eingenommen ward, daß er sie in dem Tempel der Minerva schwängerte, woraus der Pegasus gezeuget wurde. Weil aber die Minerva die Entheiligung ihres Tempels rächen muste, verwandelte sie der Medusæ schöne Haare, wodurch sie den Neptunus gefangen, in eitel heßliche Schlangen, und machte, daß derjenige, so sie ansahe, vor Furcht und Schauer gleich zum Steine ward. Endlich wagte sich Perseus, so der Minerva Schild vor die Augen gehalten, zu ihr, und ermordete selbige; schnitt ihr den Kopff ab, und verehrte solchen der Pallas oder Minerva in ihr Schild, welches noch heute zu Tage mit der Medusa Schlangenhärichten Kopffe abgeschildert wird.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1251–1252Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sagen & Mythen 6