FeedMegaclo
GeschichteFrauenzimmer-Lexicon 1715

Megaclo, Eine Tochter des Lesbischen Königs Macaris, sanne Tag und Nacht auf ein Mittel, wie sie ihren zancksüchtigen Vater, der stets wieder seine Gemahlin, als ihre Mutter, wütete. Daher sie aus Erbarmung gegen ihre Mutter die Musen als Mägde erkauffte, die sie auf eine besondere Art singen und musiciren lernte; durch welche angenehme Harmonie der zancksüchtige Macaris so eingenommen und umgekehret ward, daß er alles Zancken und Poltern darüber vergaß. Und weil durch dieser Musen Hülffe und Kunst dergleichen Ubel gedämpffet ward, hat sie selbigen zu Ehren, und aus Danckbarkeit grosse ährene Säulen aufrichten lassen, und selbige in allen Tempeln zu verehren anbefohlen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1252–1253Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6